ArianeGroup und Thales haben am Dienstag, den 5. Mai mit Erfolg den ersten Test der neuen Artillerierakete FLP-t 150 durchgeführt. Wie AiraneGroup in einer Mitteiung schreibt, fand der Test mit Unterstützung der französischen Beschaffungsbehörde DGA (Abteilung Raketentests) auf dem Testgelände Île du Levant statt. Der Test habe die Entwicklungsstudien und die Tauglichkeit des gesamten Angebots bestätigt: von der von Thales und ArianeGroup entwickelten Rakete bis zum Mehrzweck-Raketenwerfer von Thales und Soframe, der mit souveräner und ausländischer Munition kompatibel sei, heißt es in der Mitteilung.
Bei dem Vorhaben FLP‑T 150 befinden sich die beiden Unternehmen Presseberichten zufolge in Konkurrenz zu einem Konsortium, das aus MBDA und Safran besteht, und an einer Rakete mit der Bezeichnung Thundard arbeitet.
Mit dem Testschuss am 5. Mai konnten den Angaben zufolge Design, Technologie und die von der Artillerierakete FLP-t 150 erreichbare Leistung validiert werden. Die Reichweite beträgt laut Mitteilung mehr als 150 Kilometer. Der Test habe das große Potenzial effizienter Endmanöver dank des Rudersteuerungssystems demonstriert, das am Heck des Triebwerks der Munition positioniert sei und eine hohe Zielgenauigkeit ermögliche, auch in einer gestörten Kommunikationsumgebung.
Die neue souveräne Lösung wurde den Angaben zufolge entwickelt, um den Raketenwerfer LRU der französischen Streitkräfte zu ersetzen. Sie erfüllt die aktuellen Anforderungen für den Kampf mit hoher Intensität und ebnet den Weg für größere ballistische Raketen mit stärkerer Durchschlagskraft gegenüber Verteidigungssystemen. Thales und ArianeGroup haben mit dem erfolgreichen Testschuss der ballistischen Munition FLP-t 150 einen ersten Schritt getan. Im Rahmen des Konsortiums ist Thales für das Gesamtsystem verantwortlich: den bodengestützten Raketenwerfer, Feuerleitanlage und Abschusssystem. ArianeGroup entwickelt das Antriebssystem und das Steuerungssystem für die Munition.
Die Rakete FLP-t 150 befindet sich laut ArianeGroup an der oberen Grenze der Artilleriesysteme. Die eingesetzten Technologien – Antrieb, Lenkung und Steuerung – stammen demnach aus den Technologien, die in ballistischen Raketen verwendet werden. Der interoperable X-Fire-Raketenwerfer wird laut Mitteilung bis Ende Mai 2026 erste Demonstrationen für militärische Einsatzanforderungen durchführen. Der X-Fire-Raketenwerfer kann schnell verlegt werden, was ihn für die aktuellen Missionsanforderungen besonders geeignet macht.
Der Mitteilung zufolge bietet das System nationale Souveränität: 100 Prozent französische Konzeption und Produktion, mit einer industriellen Lieferkette, die in der Lage sei, den Bedarf zu decken. Für Thales werden die Standorte Cholet (Maine et Loire), Elancourt (Yvelines), Gennevilliers (Hauts-de-Seine), La Ferté Saint Aubin (Loiret) und Valence (Drôme) sowie der Standort Duppigheim (Bas-Rhin) für Soframe eingebunden sein. Für ArianeGroup sind die Standorte in Bordeaux beteiligt. Zudem ist ein Ökosystem von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Frankreich für den Erfolg des Programms mitverantwortlich.
X-Fire ist mit FLP-t-Munition und Fremdmunition kompatibel, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Das ermögliche den Streitkräften die Interoperabilität mit den Verbündeten und erfülle gleichzeitig die spezifischen Anforderungen jeder Mission. Das Feuerstützsystem lässt sich demnach leicht in das Feuerleitsystem der französischen Artillerie (ATLAS) einbinden, für das Thales bereits Hauptauftragnehmer ist. X-Fire wurde entwickelt, um ballistische Raketen mit größerer Reichweite für Präzisionsschläge in der Tiefe zu integrieren.
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