Drohnenabwehr – britisches Verteidigungsministerium beschafft Abfangflugkörper Skyhammer

Kristóf Nagy

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Das britische Verteidigungsministerium treibt die kurzfristige Beschaffung kostengünstiger Abfangflugkörper zur Abwehr von Drohnenangriffen voran. Einer Pressemitteilung des Ministeriums vom 10. April zufolge soll das Unternehmen Cambridge Aerospace künftig den Abfangflugkörper Skyhammer sowie dazugehörige Startgeräte an die britischen Streitkräfte und Partnerstaaten in der Golfregion liefern. Die ersten Systeme sollen der Mitteilung zufolge bereits im Mai bereitgestellt werden, weitere Lieferungen sind innerhalb der ersten sechs Monate vorgesehen. 

Der Skyhammer ist für die Bekämpfung von Luftkriegsmitteln wie der Shahed-136 Einweg-Angriffsdrohnen ausgelegt, wie sie zuletzt in Konflikten im Nahen Osten und seit Jahren in der Ukraine in großer Zahl eingesetzt wurden. Laut britischem Verteidigungsministerium erreicht das kostengünstige Abfangelement des Systems eine Geschwindigkeit von bis zu 700 km/h bei einer Reichweite von bis zu 30 km. Der Flugkörper wird dabei aus einem kompakten und einfachen Startrohr abgefeuert, das sowohl mobil eingesetzt als auch stationär genutzt werden kann. Die Flugkörper selbst sind als Schulterdecker ausgelegt, mit ausklappenden Trag- und Leitwerksflächen. Der Vertrag umfasst der Mitteilung zufolge neben der Lieferung der Flugkörper auch Integration, technische Unterstützung sowie Ausbildung der Nutzer. 

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Für Cambridge Aerospace markiert der Auftrag den potenziellen Übergang vom Start-up zum relevanten Akteur im Verteidigungsmarkt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen durch das Programm mehr als 50 neue Arbeitsplätze zu den bereits vorhandenen 125 Betriebsangehörigen entstehen und bestehende Kapazitäten ausgebaut werden. 

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Damit folgt das Konzept einem klaren Trend. Angesichts massenhaft eingesetzter, vergleichsweise günstiger Angriffsdrohnen wächst der Bedarf an ebenfalls kosteneffizienten Abfanglösungen, die in größerer Stückzahl verfügbar sind. Die britische Regierung betont insbesondere die Geschwindigkeit der Beschaffung. Das Projekt sei ein Beispiel dafür, wie Erkenntnisse aus aktuellen Konflikten, vornehmlich in der Ukraine, in verkürzten Entwicklungs- und Beschaffungszyklen umgesetzt werden. 

Verteidigungsminister John Healey stellte den Ansatz sogar in den Kontext einer breiteren industriepolitischen Strategie. Dem Minister zufolge sollen innovative und auch kleinere Unternehmen schneller in die Lage versetzt werden, einsatzreife Systeme bereitzustellen.

Die Einführung des Skyhammer erfolgt vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten. Großbritannien hat zuletzt seine Luftverteidigungspräsenz in der Region ausgebaut und bestehende Systeme wie Sky Sabre verlegt. Zeitgleich wird die Entwicklung anderer britischer Programme zur Realisierung kosteneffizienter Abwehrkonzepte, darunter auch laserbasierte Systeme wie DragonFire, weiter vorangetrieben.

Kristóf Nagy