Frankreich denkt an Zwischenlösung für Kampfpanzer vor Einführung des MGCS

Lars Hoffmann

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Das französische Verteidigungsministerium will die Einführung eines neuen Kampfpanzers als Zwischenlösung nach der Ausmusterung des Leclerc und vor der Einführung des Main Ground Combat System (MGCS) untersuchen.

Wie Verteidigungsministerin Catherine Vautrin am Mittwoch bei einer Fragerunde mit dem Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung laut französischen Medienberichten ausführte, liegt das von Frankreich und Deutschland vorangetriebene MGCS-Vorhaben etwa zehn Jahre hinter dem Zeitplan. Die Ministerin kündigte demnach den Start eines Zwischenprogramms an, um die Zeit nach der Ausphasung des Leclerc im Jahr 2038 und der Einführung des MGCS zu überbrücken.

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Vautrin erläuterte am Mittwoch den Abgeordneten den aktualisierten Entwurf zum Militärplanungsgesetz 2024-2030 (loi de programmation militaire; LPM), der zusätzliche Ausgaben von 36 Milliarden Euro vorsieht. In dem Entwurf wird die Studie für eine Übergangslösung für den Kampfpanzer bereits aufgeführt.

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Gegenwärtig werden etwas über 100 der 200 Leclerc-Kampfpanzer der französischen Streitkräfte auf den Rüststand Leclerc XLR modernisiert. Präsident Emmanuel Macron hatte vor einigen Wochen angedeutet, dass das MGCS-Vorhaben zur Disposition stehen könnte, sollte es keine Einigung beim Future Combat Air System (FCAS) zwischen Deutschland und Frankreich geben. Gegenwärtig sollen Mediatoren aus beiden Ländern eine Lösung bei FCAS herbeiführen.

Beobachter gehen davon aus, dass der als Zwischenlösung vorgesehene Kampfpanzer mit einem 140mm-Turm ausgestattet werden soll. Zudem wird davon ausgegangen, dass dieser Turm als Bewaffnung des sogenannten Kanonenwagens (auf französischer Seite) innerhalb des MGCS dienen könnte. Träfe dies zu würde es auf eine 2-Turm-Lösung bei MGCS hinauslaufen, wenn das deutsch-französische Vorhaben überhaupt so wie geplant weiterverfolgt wird. Grund dafür ist die Präferenz der deutschen Seite nach einer 130mm-Bewaffnung, welche derzeit im Rahmen des Bundeswehr-Vorhabens „Kampfpanzer neue Generation“ untersucht wird.

Lars Hoffmann