Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall präsentiert im Rahmen der aktuell in Düsseldorf stattfindenden Robotikmesse Xponential Europe mit der RV-005 erstmals sein Konzept für eine C-UAS-Interceptor-Drohne, mit der feindliche Drohnen kostengünstig abgewehrt werden sollen. Dem Unternehmen zufolge eignet sich die Abfangdrohne ideal zum Schutz kritischer Infrastruktur sowie sensibler Lufträume, beispielsweise von Flughäfen oder bei Großveranstaltungen.
Die als Hard-Kill-Effektor konzipierte Abfangdrohne ist zur Abwehr kleiner, unbemannter Luftfahrzeuge und als Teil einer umfassenden Drohnenabwehr als Ergänzung zu anderen Flugabwehrsystemen vorgesehen. Nach Angaben des Herstellers ist die Drohne bereits in das hauseigene Führungs- und Einsatzsystem Sky Master eingebunden. Die Anbindung in andere Führungssysteme sei ebenfalls möglich.
Die RV-005 soll feindliche Drohnen entweder durch einen gezielten physischen Rammstoß oder mittels eines Gefechtskopfes neutralisieren, wobei moderne KI-Technologie Rheinmetall zufolge einen präzisen Anflug selbst unter dem Einfluss von Funkstörungen ermöglicht. Die Drohne soll bis zu 300 km/h schnell sein und eine Reichweite von rund 15 km haben. Die Nutzlast wird mit etwa 1 kg angegeben.
Wie der Hersteller vor Ort in Düsseldorf erklärte, gehört die RV-005 zur gleichen Produktfamilie wie die von Rheinmetall entwickelte Loitering Munition FV-014. Die beiden Systeme sollen unter anderem die gleiche Zünd- und Sicherungseinrichtung (Electronic Safe and Arm Detonation Devices – ESAD) nutzen und beispielsweise Rotoren sowie Flugsteuerung über dieselbe Lieferkette beziehen. Dadurch soll sich sowohl das Risiko bei der Qualifizierung von Systemen reduziert als auch das Tempo bei der Skalierung der Produktion erhöht werden. Entwickelt wurde die Abfangdrohne am Rheinmetall-Standort Penzberg.
Waldemar Geiger


















