Niederländische Radschützenpanzer Schakal erhalten Drohnenabwehrfähigkeit

Waldemar Geiger

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Feindliche Aufklärungs- und Strike-Drohnen stellen für Gefechtsfahrzeuge eine erhebliche Bedrohung dar. Um dieser Bedrohung effektiv begegnen zu können, bedarf es eines mehrschichtigen Ansatzes der Drohnenabwehr – vom dezidiert für diese Aufgabe ausgebildeten und ausgerüsteten Flugabwehrkräften bis hin zum Plattformschutz, der eine Selbstverteidigung ermöglicht.

Eben jene Fähigkeit zur Selbstverteidigung gegen Drohnen soll bei der Einführung der niederländischen Radschützenpanzer des Typs Schakal von Anfang an mitbedacht werden, wie mit dem Sachverhalt vertraute Kreise gegenüber hartpunkt erklären. Die Niederlande und Deutschland beschaffen das Waffensystem im Rahmen eines gemeinsamen Vorhabens über die europäische Rüstungsagentur OCCAR, hartpunkt berichtete. Während die Bundeswehr zunächst 150 Radschützenpanzer bestellt hat, wird das niederländische Heer 72 Schakale erhalten. Erste Serienfahrzeuge sollen der Bundeswehr ab Ende 2027 zulaufen.

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Trotz der gemeinsamen Beschaffung wird es offenbar Unterschiede in der Konfiguration der Waffensysteme geben. So werden die niederländischen Schakale dem Vernehmen nach im Gegensatz zu der von der Bundeswehr gewählten Konfiguration nicht mit dem abstandsaktiven Softkill-Selbstschutz-System MUSS 2.0 ausgestattet. Anstelle des MUSS erhalten die niederländischen Radschützenpanzer ein Radar, welches an derselben Stelle des Turmes wie das MUSS montiert wird und eine 360-Grad-Abdeckung für die Aufklärung von Drohnen bieten soll. Weitere Elemente der Drohnenabwehrfähigkeit sind eine angepasste Feuerleitung sowie ein Trackingsystem.

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Technisch sieht die Lösung offenbar vor, dass das Radar die in der Luft befindlichen Drohnen aufklären und den Anflugvektor bestimmen soll. Mit dem Erkennen der Bedrohungsrichtung kann dann im Anschluss das Periskop auf diese Richtung geschwenkt und das Ziel identifiziert und verfolgt werden. Den Bekämpfungsvorgang könnte der Kommandant im Anschluss selbst vornehmen, indem er die Waffe übernimmt. Alternativ könnte der Kommandant dem Richtschützen das Ziel auf dessen Optronik übergeben. Anhand des beobachteten Flugprofils wird eine Feuerleitlösung errechnet und kann vom waffenführenden Soldaten ausgelöst werden.

Ob alle niederländischen Schakale mit einem Radarsensor ausgestattet werden, ist derzeit nicht bekannt. Theoretisch würde es ausreichen, wenn nur einzelne Systeme mit einem Radar ausgestattet werden, die die Bedrohung aufklären und mit dem Zug oder der Kompanie teilen würden. Die Bekämpfung selbst könnte dann auch durch andere Fahrzeuge übernommen werden. Verfügen alle Fahrzeuge über einen Sensor, dann könnten diese das Radar alternierend ein- und wieder ausschalten. In Verbindung mit Stellungswechseln könnte so die Aufklärung der eigenen Stellung erschwert werden. Der Austausch der Daten hätte zudem den Vorteil, dass überlappende Wirkungsbereiche die Bekämpfungswahrscheinlichkeit erhöhen und taktisch sowie technisch bedingte Wirkeinschränkungen ausgeglichen werden könnten. Taktische Einschränkungen könnten sich beispielsweise dadurch ergeben, dass sich das jeweilige Fahrzeug in einem Feuerkampf mit einem anderen Ziel befindet. Technische Einschränkungen ergeben sich durch Richtbereiche und Richtgeschwindigkeiten der Waffenanlage sowie mögliche Hindernisse durch Bewuchs und Bebauung.

Generell deutet der niederländische Ansatz darauf hin, dass die Landmacht der Drohnenbedrohung einen hohen Stellenwert beimisst – höher als es die Bundeswehr derzeit offenbar tut. Es scheint jedoch nicht ausgeschlossen zu sein, dass im Rahmen der Serienbeschaffung auch die Bundeswehr dem Schutz vor Drohnen Priorität einräumt.

Waldemar Geiger