Nach Angaben der britischen Royal Navy hat der erste echte autonome Hubschrauber, der zur U-Boot-Jagd und Überwachungsaufgaben vorgesehen ist, seinen Jungfernflug vom Flugplatz Predannack in Cornwall erfolgreich absolviert. Wie die Royal Navy in einer Mitteilung schreibt, wurde der Helikopter mit der Bezeichnung Proteus von Leonardo als Demonstrator für die britischen Seestreitkräfte entwickelt und gebaut, um das Potenzial unbemannter Flugsysteme auszuschöpfen, die in einer zukünftigen „Hybrid-Luftflotte” neben bemannten Flugzeugen eingesetzt werden sollen. Sie könnten möglicherweise im Rahmen der „Atlantic Bastion“-Strategie eine zentrale Rolle bei zukünftigen U-Boot-Abwehr-Operationen spielen.
Die Royal Navy betreibt nach eigenen Angaben mehrere Drohnen – darunter Malloy-Oktokopter und Peregrine (basierend auf dem Schiebel CAMCOPTER S-100), einen verkleinerten Hubschrauber, der Überwachungsaufgaben wahrnimmt. Proteus übertreffe sie in Bezug auf Größe, Komplexität und vor allem Autonomie, heißt es in der Mitteilung. Er gelte als einer der weltweit ersten autonomen Hubschrauber in Originalgröße.
Anstelle der Besatzung sorgen Sensoren und Computersysteme den Angaben zufolge, die mit modernster Software betrieben werden, dafür, dass Proteus seine Umgebung verstehen und verarbeiten, Entscheidungen treffen und entsprechend handeln kann.
Mit einer Nutzlast von mehr als einer Tonne könne Proteus eine Reihe von Geräten transportieren, um Aufgaben unter schwierigen Wetterbedingungen wie hoher See und starkem Wind durchzuführen – und setze so bemannte Flugzeuge für andere wichtige Einsätze frei.
Während seines ersten Fluges wurde Proteus mit einer kurzen Testroutine beauftragt, bei der der Drehflügler seine eigenen Flugsteuerungen unabhängig von menschlichen Bedienern einsetzte, während er ständig von Testpiloten am Boden überwacht und kontrolliert wurde. Laut Royal Navy fand der Junfernflug nur wenige Wochen nach Abschluss umfassender „Bodenlauf”-Tests am Leonardo-Standort in Yeovil statt, wo die Systeme, Sensoren und Triebwerke des Hubschraubers getestet wurden.
Die Deutsche Marine hatte die Integration der Hubschrauberdrohne Sea Falcon, Herstellername UMS Skeldar V-200, auf ihren Korvetten im Jahr 2024 abgebrochen, nachdem vertraglich vereinbarte Meilensteine nicht erreicht wurden, wie es damals hieß. Der Sea Falcon konnte jedoch nur ein Bruchteil der Nutzlast des Proteus tragen.
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