Dänemark: Rund vier Milliarden Euro für permanente Lösung der Luftverteidigung mittlerer Reichweite

Waldemar Geiger

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Dänemark will offenbar bis zu vier Milliarden Euro in die Beschaffung weiterer Luftverteidigungssysteme mittlerer Reichweite investieren: vier NASAMS, bis zu sechs VL Mica und bis zu elf Iris-T SLM.

Um die Luftverteidigungsfähigkeit der eigenen Streitkräfte zügig steigern zu können, haben sich die dänischen Streitkräfte im Sommer im Rahmen einer Interimslösung für die bodengebundene Luftverteidigung für den parallelen Kauf bzw. das Leasing von drei unterschiedlichen Luftverteidigungssystemen mittlerer Reichweite im Gegenwert von umgerechnet rund 800 Millionen Euro entschieden. Gekauft wurden zwei Feuereinheiten des Luftverteidigungssystems VL MICA von MBDA France und eine Feuereinheit des Luftverteidigungssystems Iris-T SLM von Diehl Defence. Zudem wurde eine Feuereinheit des US-norwegischen Luftverteidigungssystems NASAMS von Kongsberg Defence & Aerospace geleast.

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In den vergangenen Wochen wurden mit allen drei Anbietern Verträge mit einem Gesamtwert von rund vier Milliarden Euro – wenn alle Optionen gezogen werden – für die Lieferung weiterer Luftverteidigungssysteme im Rahmen der permanenten Lösung der bodengebundenen Luftverteidigung mittlerer Reichweite geschlossen, wie aus drei jüngst publizierten Veröffentlichungen der dänischen Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation (DALO) auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED hervorgeht.

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NASAMS

Das Kongsberg National Advanced Surface to Air Missile System (NASAMS) ist im Wesentlichen eine bodengestützte Adaption der AMRAAM-Luft-Luft-Rakete, die von der dänischen Luftwaffe eingesetzt wird. Die Bekämpfungsreichweite wird mit rund 30 km angegeben. Die Rakete wiegt 161 kg, einschließlich eines 20 kg schweren Gefechtskopfes mit Annäherungszünder. Um die größere Reichweite zu ermöglichen, verfügt der Flugkörper über ein aktives Radar-Zielsuchsystem in Kombination mit einer Datenverbindung für die Flugbahnsteuerung. Ausgerüstet mit AMRAAM-ER-Flugkörpern soll die Bekämpfungsreichweite von NASAMS auf über 40 km steigen. Eine Standard-NASAMS-Feuereinheit verfügt Kongsberg zufolge über einen modularen Aufbau, bestehend aus einem Kommandoposten (FDC), einem aktiven 3D-Radar Raytheon AN/MPQ-64F1 Sentinel, einem passiven elektrooptischen und Infrarotsensor sowie einer Reihe von Abschussvorrichtungen mit AMRAAM-Flugkörpern.

Die nun geschlossene Vereinbarung mit Kongsberg Defence & Aerospace hat ein Maximalvolumen in Höhe von rund 540 Millionen Euro und betrifft die Lieferung von vier NASAMS-Feuereinheiten sowie der folgenden Option:

  • Ein zusätzliches Schulungspaket,
  • ein NASAMS-Kommandoposten (NCP) und taktisches Kontrollzentrum (TCC),
  • ein NASAMS-Klassenzimmer-Trainer,
  • ein NASAMS-Kundendienstprogramm und
  • zwei Schutzshelter für Wartungssysteme.

VL MICA

Das Flugabwehrsystem Vertical Launch MICA nutzt als Effektor den MICA-Fire-and-Forget-Flugkörper, der nach Angaben von MBDA als einzige Flugkörper weltweit entweder mit einem passiven IIR- oder einem aktiven RF-Suchkopf ausgestattet werden kann. Die Bekämpfungsreichweite wird mit rund 20 km und einer Höhe von 6 km angegeben. Es könnte sich aber auch um das modernere System VL MICA NG handeln, welches über die doppelte Bekämpfungsreichweite verfügen soll. Eine MICA-Feuereinheit besteht dabei aus den Komponenten Startgerät, Radar und Gefechtsstand.

Die nun geschlossene Vereinbarung mit MBDA France hat ein Maximalvolumen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro und betrifft die Lieferung von zwei VL MICA-Feuereinheiten sowie der folgenden Option:

  • Eine Wartungsbank für Munition,
  • Ein Klassenzimmer-Trainer,
  • Ein Schulungsprogramm und
  • Vier Feuereinheiten VL MICA inklusive Flugkörpern.

Iris-T SLM

Das System Iris-T SLM ist laut Hersteller auf die Abwehr von Bedrohungen durch gegnerische Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Drohnen auf eine Distanz von bis zu 40 km und eine Höhe von 20 km ausgelegt. Eine Feuereinheit Iris-T SLM besteht aus den Komponenten Startgerät, Radar und Gefechtsstand. Es wird durch Unterstützungselemente wie Werkstatt-, Ersatzteil- und Nachladefahrzeuge ergänzt. Das System zeichnet sich durch seine hohe taktische Mobilität, Dislozierbarkeit der Startgeräte und Mehrfachzielbekämpfung bei geringem Personalaufwand aus.

Die nun geschlossene Vereinbarung mit Diehl Defence hat ein Maximalvolumen in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro und betrifft die Lieferung von drei Iris-T SLM-Feuereinheiten sowie die folgenden Option:

  • Vier Iris-T-SLM-Nachladefahrzeuge,
  • Acht Iris-T-SLM-Feuereinheiten inkl. Flugkörpern,
  • Ersatzteile Wartungsstufe 3,
  • ein Schulungsprogramm,
  • ein Klassenzimmer-Trainer und
  • zwei Iris-T-SLM-Gefechtsstände (TOC)

Waldemar Geiger