Dänemark beschafft Luftlandefahrzeug Enok AB

Waldemar Geiger

Anzeige

Die dänische Rüstungsbeschaffungs- und Logistikorganisation (DALO) hat mit dem dänischen Mercedes-Vertriebspartner Ejner Hessel A/S einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Enok-AB-Luftlandefahrzeugen des bayerischen Mobilitätsspezialisten ACS Armoured Car Systems GmbH (ACS) unterzeichnet. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Mitteilung der DALO hervor. Ejner Hessel A/S fungiert für das Vorhaben nach Angaben der DALO als Vertriebspartner der ACS Armoured Car Systems GmbH.

Wie die DALO weiter schreibt, wurden vor der Auswahl der Luftlandefahrzeuge im August Fahrzeuge von zwei Anbietern von „Experten und Anwendern der Streitkräfte“ über eine Zeitdauer von drei Wochen hinweg getestet. „Die Test umfassten unter anderem das Fahren im Gelände, die Bewertung der technischen Konstruktion der Fahrzeuge, ihre Ladekapazität und Ergonomie“, schreibt die DALO auf der Plattform LinkedIn.

Anzeige

Die dänischen Streitkräfte beabsichtigen die Nutzung der Fahrzeuge zunächst in Aufklärungseinheiten der leichten Brigade. Dafür sollen die Enok-Fahrzeuge in den kommenden Jahren geliefert werden. „Zunächst wird eine kleinere Anzahl von Basisfahrzeugen geliefert, die vor der Beschaffung der übrigen Konfigurationen von den Nutzern weiter getestet werden müssen“, heißt es seitens der DALO. Wie es aus gut unterrichteten Kreisen heißt, wird Dänemark das Fahrzeug in unterschiedlichen Varianten einführen. Neben der 4-Sitzer-Variante sind unter anderem auch Mörser- und Sanitätsvarianten des Enok AB geplant. Den Kreisen zufolge beinhaltet die Rahmenvereinbarung die Möglichkeit eine dreistellige Anzahl an Fahrzeugen abrufen zu können, von denen in einem ersten Schritt eine zweistellige Anzahl abgerufen wird.

Anzeige

Der Enok AB wurde von ACS vor mehreren Jahren als modulares Fahrzeug auf Basis der Mercedes-Benz G-Klasse für die spezifischen Bedürfnisse von Luftlande- und Spezialkräften entwickelt. Dem Vernehmen nach werden die dänischen Enok AB genauso wie die jüngst von Tschechien und Rumänien bestellten Fahrzeuge auf Basis der aktuellen Mercedes-Benz G-Klasse Baureihe 464 – der gleichen, die auch bei der Luftlandeplattform der deutschen und niederländischen Streitkräfte unter dem Produktnamen Caracal zum Einsatz kommen wird – realisiert.

Der Enok AB ist genauso wie der Caracal – für den jedoch Rheinmetall die Federführung hat – mit einem Sechszylinder-183-kW-Dieselmotor (249 PS) Euro 3 ausgestattet, welcher das Fahrzeug auf bis zu 140 km/h beschleunigen kann und ein Drehmoment von 600 Nm entwickelt. Mit 4,35 m Länge, 1,81 m Breite und 1,85 m Höhe zählt das Fahrzeug zu den kompaktesten Plattformen seiner Klasse. In Verbindung mit dem 4×4-Allradantrieb verfügt das System über eine hohe Geländegängigkeit, die es dem Fahrzeug erlaubt, Steigungen von bis zu 60 Prozent zu erklimmen. Die Kletterfähigkeit beträgt 33 Zentimeter, die Grabenüberschreitfähigkeit 50 Zentimeter.

Waldemar Geiger