OHB gründet Unternehmen zur Entwicklung von Startplatzinfrastruktur für Raumflüge

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Der Bremer Satellitenhersteller OHB hat nach eigenen Angaben das neue Unternehmen „European Spaceport Company“ gegründet, um den Zugang Europas zum All zu verbessern. Neben eigenen europäischen Trägerraketen sind laut einer Mitteilung von OHB auch Startplätze für diese Fähigkeit erforderlich. Um dies zukünftig kostengünstig, wettbewerblich und schnell anbieten zu können, bündele OHB die im Konzern vorhandenen Fähigkeiten im Bereich Startplatzinfrastruktur in einem neuen Unternehmen. In der European Spaceport Company werden demnach zukünftig Startmöglichkeiten von maritimen und landbasierten Startplätzen realisiert und angeboten. Darunter fallen nicht nur Infrastrukturelemente für mobile und ortsfeste Startrampen, sondern auch Bodensegmente,  Missionskontrollzentren, Testeinrichtungen und verschiedene Dienstleistungen, wie das Unternehmen schreibt.

„Europa braucht einen zuverlässigen und unabhängigen Zugang zum Weltraum. Das haben wir bei OHB schon seit Jahren im Fokus. Und natürlich gehören dazu auch Startplätze. Für das Offshore-Spaceport-Konzept leisten wir schon heute einen wesentlichen Beitrag dazu, und den werden wir zukünftig noch weiter ausbauen“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender OHB SE, laut Mitteilung.

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Über verschiedene Tochterunternehmen sei der Konzern seit mehr als fünf Jahrzehnten an Aufbau und Weiterentwicklung europäischer Startkapazitäten beteiligt. Die MT Aerospace AG ist den Angaben zufolge hierbei seit knapp 30 Jahren am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou wesentlich am Betrieb und der Wartung der Startanlagen sowie dem Bau kritischer Infrastruktur beteiligt. Laut OHB wurden überdies mehrere Studien zu alternativen Konzepten für suborbitale und orbitale Raketenstarts durchgeführt.

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„In der Raumfahrt ist eine neue Zeit angebrochen, und die braucht mehr und kreativere Angebote in der gesamten Wertschöpfungskette. Wir bei OHB kennen uns mit Startplätzen und Infrastruktur aus, und wir sind nah dran an den Entwicklungen im Markt, das nutzen wir zugunsten der Kunden“, erklärt Sabine von der Recke. Sie führt die neue Firma gemeinsam mit Ulrich Scheib (MT Aerospace AG) und Arne Gausepohl (OHB Digital).

Als erste Ziele verfolgt das neue Unternehmen der Mitteilung zufolge die Realisierung eines europäischen Offshore Spaceports sowie die Erweiterung der Startkapazitäten am Weltraumbahnhof in Kourou. Im nachfolgenden Schritt soll das Angebot an Startdienstleistungen auf weltweite Märkte ausgeweitet werden.

Das Ergebnis des kürzlich abgeschlossenen Verbundvorhabens OSLIOS (Offshore Spaceport – Lösungsfindung und Infrastrukturentwicklung für orbitale Starts) ist den Angaben von OHB zufolge eine flexibel für verschiedene Raketentypen einsetzbare mobile Startplattform (Mobile Multi-User Launch Pad, MMULP). Mit dieser können dem Unternehmen zufolge die Kapazitäten bereits existierender Startplätze bedarfsgerecht und unabhängig vom Raketentyp erweitert werden. Das habe den Vorteil, dass deutlich höhere Startkadenzen erreicht und dabei Teile der bereits bestehenden Infrastruktur wie Bodenstationen und Kommunikationseinrichtungen genutzt werden können, um Zeit und Kosten zu sparen.

Ermöglicht wurde das Vorhaben durch eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und einer engen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Die OHB SE ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter von Raumfahrtsystemen in Europa. Mit der Expertise von über 3.600 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Europa und Übersee sei der Konzern mit seinen drei Geschäftsfeldern Space Systems, Aerospace und Digital hervorragend für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.

Die Aktivitäten erstrecken sich von der Realisierung von Satellitensystemen über die Fertigung von Bauteilen für Flugzeuge und Raketen bis hin zur  Bereitstellung von Bodeninfrastruktur und Übertragung von Satellitendaten in die Anwendung.
lah