Die Bundeswehr beabsichtigt die Beschaffung von zusätzlichen radargelenkten Luft-Luft-Flugkörpern des Typs AIM-120D-3 des US-Rüstungskonzerns RTX. Dies geht aus einer Veröffentlichung der Defense Security Cooperation Agency (DSCA) vom 25. September 2025 hervor.
Deutschland hat bei der US-Regierung eine Beschaffung von 400 AIM-120D-3 Advanced Medium Range Air-to-Air Missiles (AMRAAM) samt dazugehöriger Ausrüstung, Ersatzteile und Zubehör, im Wert von rund 1,23 Milliarden US-Dollar angefragt und gebilligt bekommen. Die Lieferung soll im Fall einer Bestellung im Rahmen des „Foreign Military Sale“-Programms erfolgen und hat bereits die Zustimmung des US-Außenministeriums erhalten. Eine finale Ratifizierung des Vertrages bedarf noch der Zustimmung des Kongresses, was jedoch als gesichert gilt. Erst danach können der Käufer und die Industrie die finalen Details, inklusive der tatsächlichen Preises, aushandeln. Zudem muss auch der Bundestag dem Vorhaben zustimmen. Einem jüngst von Politico veröffentlichten Haushaltsdokument zufolge soll die entsprechende 25-Mio-Vorlage für Aufstockung der AMRAAM-Bestände im Frühjahr 2026 in den dafür zuständigen Ausschüssen (Haushalt und Verteidigung) beraten werden.
Seit 1991 gefertigt und immer wieder weiterentwickelt ist die AMRAAM-Lenkflugkörper-Familie in zahlreichen westlichen Streitkräften im Einsatz. Die deutsche Luftwaffe beschaffte mit der AIM-120B AMRAAM ab 1996 das erste Los und setze den Lenkflugkörper ursprünglich mit einer modernisierten Version der F-4F Phantom ein.
Die angefragte AIM-120 D-3 ist eine weiterentwickelte Variante der AMRAAM mit Verbesserungen in fast allen Bereichen, einschließlich einer um 50 Prozent größeren Reichweite gegenüber der AIM-120 C7 und einer besseren Manövrierbarkeit über die gesamte Flugstrecke hinweg, was zu einer höheren Trefferwahrscheinlichkeit führt. Angaben zu der genauen Reichweite des Luft-Luft-Flugkörpers sind eingestuft, öffentlich zugänglichen Informationen zufolge kann diese jedoch auf rund 160 Kilometer geschätzt werden. Zudem wurde die gesamte Bordelektronik und das Radarsystem modernisiert, respektive die Obsoleszenz innerhalb der Fertigung beseitigt.
Aktuell nutzt die Luftwaffe den Flugkörper als Bindeglied mittlerer Reichweite zwischen der
IRIS-T für kurze Distanzen und den Langstrecken-Luft-Luft-Flugkörper Meteor. Zuletzt hatte die Bundesregierung die Beschaffung von AIM-120C-8 im Jahr 2024 beschlossen und zwei Bestellungen für insgesamt knapp 300 Millionen Euro platziert.
Kristóf Nagy
















