Flamingo-Hersteller Fire Point will Produktion in Dänemark aufnehmen

Thomas Lauge Nielsen

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Das dänische Ministerium für Industrie, Wirtschaft und Finanzen gab am 3. September 2025 in einer Pressemitteilung und einer kurzfristig angekündigten Pressekonferenz in Zusammenarbeit mit dem dänischen Verteidigungsministerium bekannt, dass eine Vereinbarung mit dem ukrainischen Rüstungskonzern Fire Point LLC getroffen wurde, wonach dieser eine Produktionsstätte in Dänemark errichten wird.

Die Vereinbarung mit Fire Point, bekannt als Entwickler und Hersteller des kürzlich vorgestellten Marschflugkörpers „Flamingo”, basiert auf einem im Juni 2025 zwischen der dänischen und der ukrainischen Regierung geschlossenen Rahmenabkommen, das der ukrainischen Verteidigungsindustrie die Ansiedlung in Dänemark ermöglicht. Die dänische Regierung hat Berichten zufolge 500 Millionen Dänische Kronen (ca. 67 Millionen Euro) bereitgestellt, um dies zu erleichtern und zu unterstützen. Diese allgemeine Vereinbarung wurde von der dänischen Regierung bisher geheim gehalten, deutet jedoch darauf hin, dass Fire Point nur der erste von mehreren ukrainischen Rüstungsunternehmen sein könnte, die sich in Dänemark niederlassen.

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In der Pressemitteilung erklärte das dänische Ministerium für Industrie, Wirtschaft und Finanzen: „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Sicherheit der Ukraine und schafft Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit der dänischen und europäischen Industrie.”

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In derselben Pressemitteilung fügte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen hinzu: „Die beste Hilfe, die wir der Ukraine derzeit leisten können, ist die Unterstützung der ukrainischen Verteidigungsindustrie. Die Ukraine muss noch selbstständiger werden, und mit der Gründung der ersten ukrainischen Rüstungsproduktion in Dänemark gehen wir in unserer Unterstützung für die Ukraine noch einen Schritt weiter. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Produktion nicht durch russische Angriffe gestoppt wird, und stärken gleichzeitig die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen der dänischen und der ukrainischen Industrie.“

Während der Pressekonferenz wurden nur wenige Details zur geplanten Produktion bekannt gegeben, beispielsweise zum voraussichtlichen Zeitplan. Es wurde jedoch bekannt, dass die neue Anlage in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Skrydstrup und der Stadt Vojens in Südjütland errichtet werden soll und dass dort „unter anderem Raketentreibstoff“ hergestellt werden soll. Darüber hinaus wurde erklärt, dass die neue Produktionsstätte von Fire Point vor Ort „mehrere hundert Arbeitsplätze“ schaffen werde.

Obwohl keine Informationen über die Größe oder den Umfang der Anlage gegeben wurden, deutet letzterer Punkt angesichts des bei dieser Art von Produktion üblichen Automatisierungsgrades auf eine Anlage von beträchtlicher Größe hin.

Der Verteidigungsminister wurde auch gefragt, ob die Einrichtung einer ukrainischen Rüstungsproduktion in Dänemark das Land zu einem Ziel für russische Angriffe machen würde. Der Minister betonte, dass Dänemark sich nicht im Krieg befindet und dass ein offener russischer Angriff auf Dänemark ein Angriff auf ein NATO-Land darstellen würde. Er räumte jedoch ein, dass die dänischen Behörden dem Risiko von Sabotage und Spionage „sehr große Aufmerksamkeit” widmen würden.

In diesem Zusammenhang räumte der Verteidigungsminister auch ein, dass diese Nachricht bei der lokalen Bevölkerung für einige Unsicherheit sorgen werde. Um diese zu verringern, werde am Samstag, dem 6. September, eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Der Minister erklärte außerdem, dass die Regierung offen für die Möglichkeit sei, lokalen Bürgern, die von der neuen Anlage negativ betroffen sind, eine Entschädigung zu gewähren.

Auf die Frage nach einem aktuellen Bericht der Zeitung „Kyiv Independent”, wonach Fire Point LLC derzeit wegen Korruption untersucht wird, erklärte der Minister: „Wir sind über den Bericht informiert und haben mit der ukrainischen Antikorruptionsbehörde Kontakt aufgenommen. Uns wurde mitgeteilt, dass derzeit keine Anklage erhoben wurde, und wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass dies ein Problem darstellen wird.” Der Minister räumte jedoch ein, dass Korruption ein potenzielles Problem darstellt, und betonte, dass jedes in Dänemark tätige Unternehmen in dieser Hinsicht die dänischen Gesetze einhalten muss.

Zum Zeitpunkt der Pressemitteilung und der Pressekonferenz hatte Fire Point LLC noch keine Stellungnahme abgegeben.

Es besteht kaum Zweifel daran, dass die Zulassung ukrainischer Unternehmen der Verteidigungsindustrie in Dänemark und deren aktive Unterstützung eine neue Dimension der dänischen Hilfe für die Ukraine darstellt. Und obwohl dies zweifellos Chancen für die dänische Verteidigungsindustrie eröffnet, besteht auch kaum Zweifel daran, dass dieser Schritt Dänemark zu einem noch interessanteren Ziel für russische Geheimdienste machen wird. Es bleibt nun abzuwarten, wie schnell die neue Anlage in Betrieb genommen werden kann und ob andere europäische Länder diesem Beispiel folgen werden.

Thomas Lauge Nielsen