Litauen plant tief gestaffelten Grenzverteidigungsgürtel

Kristóf Nagy

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Zum Schutz seiner Grenze gegen mögliche russische Aggressionen plant Litauen den Aufbau eines durchgehenden Grenzverteidigungsgürtels mit einer Tiefe von 50 km. Dies geht aus einem Beitrag des Ministeriums vom 14. August auf der Plattform X hervor. Demnach sollen neben einer durchgehenden Zaunanlage auch Panzerabwehrgräben, Panzersperren, Stellungssysteme, Minengürtel sowie zur Sprengung vorbereitete Brücken in den neuen Grenzverteidigungsgürtel integriert werden.

Litauen hat eine Fläche von 65.300 km² und grenzt mit einer Länge von 275 Kilometern an die russische Enklave Kaliningrad sowie mit einer Länge von 679 Kilometern an Belarus. Daneben grenzt das südlichste der drei baltischen Länder im Norden an Lettland und im Süden an Polen. Dieser nur 100 km breite Grenzabschnitt – auch bekannt unter dem Namen Suwalki-Korridor – ist die einzige Landverbindung zwischen den drei baltischen Staaten und ihren NATO-Bündnispartnern. Damit ist er von strategischer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist auch die Ankündigung des litauischen Verteidigungsministeriums zu betrachten.

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Die Analyse der geteilten Grafik zeigt, dass die geplanten Befestigungsanlagen in drei Stufen angelegt werden sollen. Hinter dem Grenzzaun und den Anlagen rund um die Grenzübergänge soll in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern ein Panzergraben entstehen. Dahinter sollen mehrere Reihen betonierter Panzersperren mit dazwischenliegenden, vorgeplanten Minenfeldern errichtet werden. Um die Sperren überwachen und unter Feuer nehmen zu können, entstehen zudem Schützengräben und befestigte Stützpunkte für Personal und vermutlich auch Fahrzeuge sowie weitere Waffensysteme mitsamt der dazugehörigen Wechselstellungen.

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In einer Tiefe von bis zu 20 km ab der Grenze werden zudem Brücken zur Sprengung vorbereitet und auch Material zur physischen Sperrung der Brückenköpfe bereitgestellt. Um diese überwachen zu können werden an diesen Punkten ebenfalls befestigte Stützpunkte errichtet. In dieser Zone sollen auch Depots mit Pioniermaterial entstehen, um Feldbefestigungen instandsetzen und bei Bedarf ergänzen zu können. Die letzte Stufe bis zu einer Tiefe von 50 km beinhaltet ebenfalls zur Sprengung vorbereitete Brücken, aber auch Baumsperren, welche insbesondere in den bewaldeten Regionen überaus effektiv sein können und weitere Stellungen und Stützpunkte.

Die litauische Regierung hatte bereits im Herbst 2024 die eine Verstärkung der Grenzbefestigungen rund um den Suwalki-Korridor vorgenommen und dort einige der oben erwähnten Elemente umgesetzt. Mit der aktuellen Ankündigung soll offenbar die Absicherung der gesamten Landgrenze zu Russland und Belarus in einheitlicher Weise folgen.

Kristóf Nagy