VINCORION und NSPA schließen Rahmenvertrag für Modernisierung der PATRIOT-Stomversorgung

Anzeige

Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) hat mit dem deutschen Technologieunternehmen VINCORION einen Rahmenvertrag geschlossen, um über die Obsoleszenzmitigation die Stromversorgungsanlagen des Luftverteidigungssystems PATRIOT an den Stand der Technik anzupassen. Das Auftragsvolumen liege bei zunächst 60 Millionen Euro, schreibt VINCORION in einer Mitteilung. Die NATO-Staaten, die in das Projekt investieren, sind demnach Deutschland, die Niederlande, Schweden, Rumänien und Polen. Der Projektzeitraum erstreckt sich von 2025 bis 2030.

„Diese Partnerschaft stärkt die Interoperabilität und Standardisierung innerhalb der NATO“, wird VINCORION-CEO Kajetan von Mentzingen in der Mitteilung zitiert. „Wenn alle PATRIOT-Nutzerstaaten mit der gleichen effizienten Energietechnologie arbeiten, erhöht das die gemeinsame Einsatzfähigkeit erheblich.“

Anzeige

VINCORION stellt überdies im Rahmen einer „Projekt Kick-Off Conference“ an seinem Standort in Altenstadt gemeinsam mit der NSPA die Energiesysteme der nächsten Generation für weltweit eingesetzte Luftabwehrsysteme wie PATRIOT vor. „NextGen“ reduziere die logistischen Abhängigkeiten drastisch und erhöht damit die operative Überlegenheit der Streitkräfte, heißt es in der Mitteilung.

Anzeige

Dem Unternehmen zufolge reduziert die angepasste hybride Energieversorgung die Anzahl notwendiger Betankungsvorgänge um zwei Drittel – von 72 auf nur noch 24 Mal pro Tag pro Bataillon. „Mit unserem System können über ein Drittel der risikoreichen Transportfahrten eingespart werden“, erläutert Daniel Zeitler, Leiter Produktmanagement bei VINCORION.

Die Zeit zwischen notwendigen Wartungen ist laut Hersteller teilweise um ein Vierfaches länger, dank einer optimierten Hybrid-Architektur. Gleichzeitig reduziere sich die Stillstandszeit der Wartung selbst um mehr als 80 Prozent.

VINCORION liefert die komplette Energieversorgung für die Hauptkomponenten des PATRIOT-Systems: Die „Electric Power Plant“ (EPP) versorgt Radar und Engagement Control Station (ECS) mit zwei 150-Kilowatt-Aggregaten. Die „Electric Power Unit“ (EPU) speist den Kampfführungsgefechtsstand (Information Coordination Central, ICC) mit zwei 30-Kilowatt-Einheiten. Die Startgeräte (Launching Station, LS) erhalten durch das Stromerzeugeraggregat der kleinsten Leistungsklasse 15 kW.

Schon heute werden bei VINCORION Komponenten für zwei der drei Hauptsysteme des European Sky Shields gefertigt, für PATRIOT und IRIS-T. „Wir entwickeln die Technologie, die es diesen Systemen ermöglicht, völlig unabhängig von öffentlicher Infrastruktur zu operieren“, erklärt Zeitler dazu.

Die höhere Effizienz von „NextGen“ bringt neben den taktischen noch weitere Vorteile mit sich: Der Kraftstoffverbrauch sinkt um 48 Prozent, somit reduzieren sich auch die CO2-Emissionen entsprechend. Die Systeme können zudem mit erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaikanlagen gekoppelt werden und verfügen über integrierte Batteriespeicher für Lastspitzen. Durch eine deutliche Automatisierung des Betriebs werde dabei dennoch deutlich weniger Personal für Aufbau, Betrieb und Wartung benötigt, schreibt VINCORION.

Nach Aussage von Zeitler entwickelt sich der Standort Altenstadt zum europäischen Kompetenzzentrum für militärische Energieversorgung. Denn hier werden seinen Worten zufolge nicht nur die NextGen-Systeme gefertigt, sondern auch die neuen Stromerzeuger für die Bundeswehr entwickelt, die das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw in Auftrag gegeben habe. VINCORION beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland und den USA und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro.‘
lah