Vierte Fregatte auf den Namen Rheinland-Pfalz getauft

Die vierte und letzte Fregatte der Klasse 125 (F125) für die Deutsche Marine ist am vergangenen Mittwoch auf dem Hamburger Werftgelände von Blohm+Voss von Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf den Namen Rheinland-Pfalz getauft worden. Nach Aussage von thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) soll das Schiff im Frühjahr 2020 an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) übergeben werden. Insgesamt liege das Auftragsvolumen für das Programm F125 bei etwa zwei Mrd EUR.

Rolf Wirtz, Vorsitzender der Geschäftsführung der thyssenkrupp Marine Systems, wies in seiner Rede während der Veranstaltung auf die moderne Technologie und das Mehrbesatzungskonzept des Schiffes hin, die neue Standards im Marineschiffbau setzen.

Allerdings läuft beim Bauvorhaben noch nicht alles rund. Im kürzlich veröffentlichten Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums waren neue Risiken bei der F 125 aufgetaucht. So weist das Schiff aufgrund der Gewichtsverteilung offenbar eine geringe Krängung sowie Defizite beim Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) auf. Überdies könne die wirtschaftliche Schieflage eines für die Integration der Kommunikation auf dem Schiff zuständigen Unterauftragnehmers zu Verzögerungen führen, heißt es in dem Bericht.

„Es gibt jeden Tag Unwägbarkeiten“, kommentierte Wirtz die Situation. Allerdings verfüge man über ein gutes Team und ein ebensolche Projektplanung, um die Mängel zu beseitigen. „Wir sind kurz vor dem Funktionsnachweis“, sagte der TKMS-Chef und zeigte sich überzeugt, dass die Defizite im vorgesehenen Zeitrahmen behoben werden. Auch in hohen Marinekreisen geht man davon aus, dass die Probleme lösbar sind. So arbeitet die TKMS-Tochter Atlas Elektronik offenbar mit Hochdruck an einer Optimierung des FüWES.

„Wir werden keine Vollintegration machen“, sagte Wirtz mit Hinblick auf die Zukunft von Atlas Elektronik.  Denn das Unternehme solle auch in Zukunft auch mit TKMS-Konkurrenten zusammenarbeiten. TKMS hatte erst vor wenigen Monaten den Bremer Spezialisten für Sonare und Torpedos vollständig übernommen.

Die Arbeitsgemeinschaft ARGE F125, die im Jahr 2007 den Vertrag über den Bau von insgesamt vier Schiffen der F125-Klasse für die Deutsche Marine erhalten hat, setzt sich aus thyssenkrupp Marine Systems als dem federführenden Unternehmen und der Bremer Fr. Lürssen Werft zusammen. Die Fertigung der Vorschiffe mit entsprechender Vorausrüstung erfolgt auf den Werftstandorten der Fr. Lürssen Werft in Bremen und Wolgast. Die Fertigung der Hinterschiffe, der Zusammenbau der Schiffshälften sowie die weitere Endausrüstung finden auf der Hamburger Werft Blohm+Voss statt.

Mit den vier Fregatten der Klasse 125 beginnt die Ablösung der acht Fregatten der Klasse 122 der Deutschen Marine. Die neuen Schiffe sind in der Lage, für eine Einsatzdauer von 24 Monaten zur See zu fahren und setzen damit erstmals das Konzept der Intensivnutzung um. Diese Fähigkeit wird unterstützt durch eine reduzierte Besatzungsstärke und ein Mehrbesatzungskonzept, das den kompletten Austausch der Besatzung im Einsatzgebiet ermöglichen soll.
lah/12/28.5.2017