Südkorea stellt historischen Plan zum Bau seines ersten atomgetriebenen U-Boots vor

Eunhyuk Cha

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Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat am heutigen Dienstag, dem 26. Mai, den „Grundplan für die Entwicklung eines atomgetriebenen U-Boots der Republik Korea“ bekanntgegeben.

Der „Grundplan für die Entwicklung von atomgetriebenen U-Booten der Republik Korea“ ist das erste Dokument, das sowohl in Südkorea als auch international die Richtung für die systematische Entwicklung atomgetriebener U-Boote durch die Republik Korea vorstellt.

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Atomgetriebene U-Boote verfügen einer Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums der Republik Korea zufolge im Vergleich zu dieselbetriebenen U-Booten über deutlich verbesserte operationelle Fähigkeiten, darunter eine lange Unterwasserausdauer und hohe Mobilität. „Sie werden daher eine Schlüsselrolle bei der Abwehr der von U-Booten ausgehenden nuklearen und raketenbasierten Bedrohungen durch Nordkorea spielen“, so das Ministerium.

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Die Entwicklung von Atom-U-Booten ist der Mitteilung nach „nicht bloß ein Kriegsschiffbauprojekt, sondern ein nationales Strategieprojekt, das die Bündelung nationaler Kapazitäten auf der Grundlage der Technologien der Republik Korea im Nuklear- und Schiffbausektor erfordert“.

Das Projekt wird laut dem Ministerium systematisch und in Phasen unter Beachtung der folgenden fünf Grundsätze entwickelt:

  • Erstens wird als Kernbrennstoff für den Reaktor des atomgetriebenen U-Boots schwach angereichertes Uran verwendet, und der Reaktor wird so entwickelt, dass ein Langzeitbetrieb* möglich ist, um den Austausch des Kernbrennstoffs auf ein Minimum zu beschränken.
  • Zweitens wird das atomgetriebene U-Boot innerhalb der Republik Korea entwickelt und gebaut, um Autonomie und Stabilität bei der Beschaffung, dem Unterhalt und der Wartung für die Streitkräfte zu gewährleisten.
  • Drittens werden die Plattform und das Antriebssystem des atomgetriebenen U-Boots unter aktiver Nutzung der über einen langen Zeitraum in der zivilen Nuklear- und Schiffbauindustrie der Republik Korea gesammelten Technologien von Weltklasse entwickelt, um ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
  • Viertens wird der gesamte Prozess – von der Konstruktion, dem Bau, dem Betrieb, der Wartung, dem Management des Kernbrennstoffs bis hin zur Stilllegung des atomgetriebenen U-Boots – unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus entwickelt und gemanagt, um einen nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten.
  • Fünftens wird die Entwicklung so vorangetrieben, dass das erste atomgetriebene U-Boot Mitte der 2030er Jahre vom Stapel laufen und nach Ende der 2030er Jahre in Dienst gestellt werden kann.

Darüber hinaus wird die Republik Korea eigenen Angaben nach auf der Grundlage des Vertrauens der internationalen Gemeinschaft ihre Nichtverbreitungsverpflichtungen transparent und nachdrücklich erfüllen und geht die folgenden drei Verpflichtungen ein.

  • Erstens vertritt die Republik Korea den festen Standpunkt, dass sie keinerlei Atomwaffen besitzt und keine Atomwaffen entwickeln wird.
  • Zweitens wird die Republik Korea ihre Nichtverbreitungsverpflichtungen während des gesamten Prozesses der Beschaffung und des Managements von schwach angereichertem Uran – dem für den Antrieb von atomgetriebenen U-Booten erforderlichen Kernbrennstoff – in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gewissenhaft erfüllen.
  • Drittens wird die Republik Korea gemeinsam mit der IAEO ein Sicherungssystem für atomgetriebene U-Boote einrichten und ein hohes Maß an Nichtverbreitungsverpflichtungen erfüllen.

„Die Republik Korea während der gesamten Umsetzung des Projekts zum Bau atomgetriebener U-Boote die nukleare Sicherheit und Sicherung nachdrücklich gewährleisten und alle aus atomgetriebenen U-Booten stammenden radioaktiven Abfälle gemäß den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften sicher und systematisch verwalten“, schreibt das Ministerium in der Mitteilung.

Wie es weiter heißt, ist die Entwicklung von atomgetriebenen U-Booten ein nationales Industrieentwicklungsprojekt mit einer Laufzeit von mehr als 40 Jahren, einschließlich 10 Jahren Bauzeit und mehr als 30 Jahren Betriebszeit, das die Schiffbau-, Nuklear- und Verteidigungsindustrie miteinander verbindet und zur Entwicklung der Industrie beitragen wird.

  • Die durch den Bau von Atom-U-Booten gesammelten Technologien und die Infrastruktur werden sich auf verwandte Industriezweige ausweiten und zu einer wichtigen Triebkraft für den Fortschritt der nationalen Industriestruktur werden.
  • Es wird erwartet, dass die Entwicklung von Atom-U-Booten mehr als 40.000 stabile und hochwertige Arbeitsplätze schaffen und dazu beitragen wird, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstumspotenzial der Regionen grundlegend zu stärken.

Künftig wird die Regierung das Projekt für atomgetriebene U-Boote als „Jangbogo-N-Projekt“ bezeichnen und es als zentrales Beschaffungsprojekt auf nationaler Ebene vorantreiben.

Dieser Name steht für die Fortführung des Geistes des ersten U-Boots der Republik Korea, der ROKS Jangbogo(SS-061), bei gleichzeitiger Entwicklung eines Modells der nächsten Generation, das mit einem atomgetriebenen Antrieb ausgestattet ist und fortschrittliche neue Technologien integriert.

Das Verteidigungsministerium wird eigenen Angaben nach weiterhin alle nationalen Kapazitäten der Republik Korea bündeln, damit das Projekt für ein atomgetriebenes U-Boot zu einem historischen Meilenstein wird, der neue Horizonte für die maritime Sicherheit der Republik Korea eröffnet.

Anmerkung des Autors

Durch die Verwendung von schwach angereichertem Uran, das allgemein als Uran mit einem Anreicherungsgrad von weniger als 20 Prozent verstanden wird, scheint Südkorea sein Bekenntnis zu internationalen Nichtverbreitungsverpflichtungen zu signalisieren und gleichzeitig einige der politischen und auf die Nichtverbreitung bezogenen Sensibilitäten im Zusammenhang mit der Versorgung mit Kernbrennstoff zu verringern.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist die Betonung der inländischen Entwicklung und des inländischen Baus sowie die Nutzung der in Südkorea gesammelten zivilen Nuklear- und Schiffbautechnologien. Dies scheint Bedenken auszuräumen, dass das Programm stark auf ausländische Technologie angewiesen sein könnte, und deutet stattdessen auf die Absicht Seouls hin, einen eigenständigeren Rahmen für Entwicklung, Produktion, Instandhaltung, Kernbrennstoffmanagement, Stilllegung und Entsorgung radioaktiver Abfälle zu schaffen.

Da die Ankündigung am selben Tag erfolgte, an dem Präsident Lee Jae-myung dazu aufrief, die Einführung von Atom-U-Booten zu beschleunigen und die Übergabe der operativen Kontrolle im Kriegsfall zügig voranzutreiben, scheint sie in Seouls umfassendere Bemühungen um eine größere Verteidigungsautonomie zu passen. Sie spiegelt auch Südkoreas Bestreben wider, auf der Grundlage seiner eigenen industriellen und technologischen Fähigkeiten zu einer stärkeren Seemacht zu werden.

Autor: Eunhyuk Cha ist Sicherheitsforscher mit Interesse an internationalen Beziehungen und Sicherheitsstudien. Derzeit studiert er maritime Cybersicherheit an der Korea Maritime & Ocean University. Zu seinen Interessengebieten zählen Sicherheit in Ostasien sowie Themen maritimer Verteidigung. Der Beitrag erschien erstmalig am 26.05.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Naval News.