Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems steigt offenbar in den „Kampfdrohnenbau“ ein und wird nächste Woche auf der ILA 2026 in Berlin die „optional ferngesteuerte“ und bewaffnungsfähige Mehrzweckdrohne Pulse P19 vorstellen.
Das Unternehmen hat in den vergangenen Tagen immer wieder nur einzelne, kleine Details zu dem Flugzeug veröffentlicht. Ein gestern erschienenes Video zeigt jedoch erstmals erkennbare Merkmale des Pulse P19. Zu erkennen sind beispielsweise ein Cockpit und ein in der Nase integrierter Propellerantrieb sowie in Summe mindestens sechs Nutzlast-Aufnahmepunkte an den Flügeln des Flugzeuges. In der abgebildeten Konfiguration sind pro Flügel jeweils ein Missionpod bzw. Zusatztank, ein Raketenpod sowie mehrere Lenkflugkörper an den äußeren Aufnahmepunkten erkennbar. Das Vorhandensein des Cockpits deutet zudem darauf hin, dass das System auch bemannt eingesetzt werden kann.
Zudem deutet ein Beitrag des Quantum-Systems-CEO Florian Seibel auf der Plattform LinkedIn auf mögliche Missions- sowie Leistungsprofile des Pulse P19 hin. Seibel zufolge wird das Flugzeug optional gesteuert werden können, was impliziert, dass das System auch autonom eingesetzt werden kann. Manned-Unmanned Teaming wird als weitere Fähigkeit ausgewiesen. Die Pilotenausbildung soll immersiv bzw. mittels Virtual Reality möglich sein. Zudem geht aus einem ersten Teaser-Video hervor, dass die Pulse P19 in die „MOSAIC UXS“-Software-Suite von Quantum Systems integriert ist und möglicherweise über diese geführt werden kann.
Als mögliche Missionsprofile des Pulse P19 werden luftgestützte Drohnenabwehr, leichte Präzisionsangriffe, Seeraumüberwachung und Aufklärungseinsätze mit großer Reichweite und langer Einsatzdauer (18 Std.+) benannt. Die lange Einsatzdauer von über 18 Stunden dient zudem als ein deutlicher Hinweis darauf, dass das System über einen Verbrennungsmotor verfügt. Vergleichbare Einsatzzeiten mit Elektroantrieb lassen sich in der Größenklasse des Flugzeuges aktuell nicht realisieren.
Waldemar Geiger


















