Der vor rund zehn Jahren gegründete Drohnenhersteller Quantum Systems will sich Schritt für Schritt zu einem Multi-Domain-Systemhaus weiterentwickeln und wird morgen in Nürnberg im Rahmen der Enforce Tac 2026 sein erstes unbemanntes Fahrzeug (UGV), Mandrill, öffentlich vorstellen, das bereits mit einem Kunden getestet wird und noch in diesem Jahr in nennenswerter Stückzahl gebaut werden soll. In einem Vorabgespräch mit hartpunkt gab Hendrik Kramer, Vice President Ground Domain bei Quantum Systems und CEO des mittlerweile zu Quantum Systems Group gehörenden Boden-Autonomie-Spezialisten Fernride, erste Details zu dem Fahrzeug preis und eröffnete einen Ausblick auf die folgende UGV-Fahrzeugfamilie, die eine wesentliche Rolle in der Multi-Domain-Strategie von Quantum Systems spielen soll.
Beim Mandrill selbst handelt es sich um eine elektrisch angetriebene, unbemannte und modulare Radplattform der 2-Tonnen-Klasse, die eine Basis für ein breites Missionsportfolio bildet. Kramer zufolge soll sich das System sowohl für logistische als auch kampfunterstützende Einsatzprofile eignen. Ausschlaggebend dafür ist die Nutzlastkapazität von rund 750 kg, die passive Sensorsuite in Kombination mit dem Elektroantrieb sowie unterschiedlichen Autonomiefunktionen und die damit verbundene geringe Signatur des Fahrzeugs.
Die Einbindung in das UxS-Führungs- und Einsatzplanungssystem von Quantum Systems erlaubt zudem die Vernetzung mit luftgestützten Systemen, so dass zukünftig ein Systemverbund, bestehend aus unbemannten Luft- und Bodensystemen, aus einer Hand angeboten werden kann.
Dazu wird aktuell an einer ganzen UGV-Systemfamilie gearbeitet, die in naher Zukunft vorgestellt wird. Diese wird dann leichtere Ketten-UGVs genauso wie deutlich schwerere Systeme als den Mandrill beinhalten. Zudem will Quantum Systems mit den von Fernride entwickelten Technologien eingeführte Fahrzeugflotten – von militärischen Lkws bis hin zu gepanzerten Plattformen – mit Autonomie-Paketen ausstatten. Auf dem kommerziellen Sektor hat Fernride hier bereits viel Pionierarbeit geleistet und sich wichtige Marktsegmente gesichert. Das Unternehmen hat 2025 als erster Anbieter eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht und diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt.
Ursächlich für das hohe Tempo, mit dem der Drohnenhersteller auch die Dimension Land für sich gewinnen will, ist Kramer zufolge die Akquisitionsstrategie von Quantum Systems. So wurden in den letzten Jahren neben Fernride auch das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte deutsche Unternehmen Spleenlab in die Quantum Systems Group integriert. Daneben wurde mit der Mandrill Automotive GmbH ein weiterer Spezialist in die Unternehmensgruppe geholt, der viel Erfahrung in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen sowie dem Bau von elektrisch angetriebenen All-Terrain-Fahrzeugen hat. Der Unternehmensverbund führt Kramers Aussagen nach Personal und Know-how zusammen, das auf jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich der Forschung und des Baus von autonomen Fahrzeugen zurückgreifen kann. Die zur Verfügung stehenden Kompetenzen für die Software, Autonomie und Hardware bilden der Erklärung von Kramer zufolge die Basis für eine schnelle Entwicklung der UGV-Familie und eine anschließende Skalierung der Produktion, wie es Quantum Systems in der Dimension Luft bereits vorgemacht hat.
Waldemar Geiger


















