Der neue Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, sieht großen Zeitdruck auf den Vorhaben der Teilstreitkraft, neue Verbände aufzustellen, die Einsatzfähigkeit zur erhöhen sowie dringend erforderliche neue Fähigkeiten wie den Kampf mit und gegen Drohnen auszubauen. „Der Feind warte nicht auf die „Fertig“-Meldung des Heeres“, schreibt der General in seinem gestern veröffentlichten ersten Tagesbefehl in seiner neuen Funktion.
Es gelte, in der Umsetzung aller Vorhaben schneller zu werden. „Der rasche Fortschritt ist wichtiger als die perfekte Lösung“, betont der Heeresinspekteur. Er stimmt die Soldatinnen und Soldaten darauf ein, dass viele der neuen Aufgaben gleichzeitig in Angriff genommen werden müssen ohne auf eine perfekte Ausstattung zu verfügen. Im Heer werde die Innovation eine Führungsaufgabe auf allen Ebenen sein und neue Technologien kontinuierlich integriert, so Freuding. Es gelte überdies, Taktik und Verfahren ständig weiterzuentwickeln. Bei den damit verbundenen Tests müssten Risiken in Kauf genommen und Misserfolge ertragen werden.
Dabei erwartet der General von jeder Soldatin und jedem Soldaten, durch die persönliche Haltung für die freiheitliche Ordnung einezustehen. „Ich will für ein Heer arbeiten, dass bereit ist zum Kampf, das sich durchsetzt, das gewinnt“, schreibt Freuding im Tagesbefehl. Das Heer müsse seinen Beitrag dazu leisten, Frieden und Freiheit zu wahren. „Mehr geht nicht, weniger auch nicht.“
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Der gesamte Tagesbefehl zu Dokumentationszwecken:
Soldatinnen und Solldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Heeres!
Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat mir heute das Kommando über das Deutsche Heer übertragen. Ich trete in diese Verantwortung mit großem Respekt und Demut vor der Aufgabe und zugleich im festen Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit, die Professionalität und die Leidenschaft unserer Soldatinnen und Soldaten im Heer.
Mein besonderer Dank gilt meinem Vorgänger, Herrn Generalleutnant Alfons Mais. Er hat das Deutsche Heer über fünf Jahre mit klarer Ansprache und Zielsetzung, mit vorausschauendem Blick für taktische und technologische Entwicklungen, vor allem aber mit großer Zugewandtheit uns Heeressoldaten gegenüber geführt. Das bleibt!
Vor uns liegen anspruchsvolle Aufgaben. Wir müssen unsere Einsatzbereitschaft weiter verbessern. Wir wollen endlich die materielle Vollausstattung erreichen. Wir müssen auch personell wachsen. Wir werden neue Verbände und Großverbände aufstellen – zuvorderst unsere Panzerbrigade 45 in Litauen – und unsere Ausbildungsstrukturen auf den neuen Wehrdienst anpassen. Wir werden wieder eine Heeresflugabwehrtruppe haben, und wir werden dringend erforderliche Fähigkeiten, wie den Kampf mit und gegen Drohnen, umgehend weiterentwickeln und ausbauen.
Das alles geschieht unter hohem Zeitdruck, denn die Lage richtet sich nicht nach unserem Planungszeitstrahl. Der Feind wartet nicht auf unsere ,„Fertig“-Meldung.
Vieles von dem, was vor uns liegt, werden wir daher gleichzeitig in Angriff nehmen müssen.
Nicht immer werden wir zur Erfüllung des Auftrags all‘ das haben, was wir uns wünschten oder auch bräuchten. So manches Mal wird der Funkbefehl und nicht die große Befehlsausgabe das Mittel der Wahl sein. Denn es gilt, in der Umsetzung schneller zu werden. Der rasche Fortschritt ist wichtiger als die perfekte Lösung. Im Gefecht hat das Einfache Erfolg. Wir werden in und mit der Lage leben. Das können wir!
Unsere Ambition für das Morgen muss einhergehen mit dem Willen, den Kampf heute aufzunehmen und zu gewinnen – dann, wenn wir gefordert sind, uns und unsere Alliierten zu verteidigen. So wie wir sind, mit dem, was wir haben.
In diesem Verständnis will ich mit Ihnen mit all‘ meiner Kraft für ein Heer arbeiten,
- das von dem unbedingten Willen zur gemeinsamen Auftragserfüllung getragen wird;
- das jeden Tag besser werden will, weil es nie fertig ist;
- das einen raschen Aufwuchs schafft, bei aktiver Truppe und in der Reserve;
- für ein Heer, in dem Innovation Führungsaufgabe auf allen Ebenen ist, das neue Technologien kontinuierlich integriert;
- das Taktik und Verfahren ständig fortentwickelt, das bereit ist, zu testen, dabei Risiken in Kauf nimmt, Misserfolge erträgt und trotzdem weiter stets den Fortschritt sucht;
- ein Heer, in dem wir unseren Dienst erfüllend, sinnstiftend und fordernd gestalten;
- in dem sich gute Führung in gegenseitigem Vertrauen, in Vorbild, in Wahrhaftigkeit und unverbrüchlicher Kameradschaft bemessen lässt;
- in dem jede Soldatin und jeder Soldat durch seine persönliche Haltung für unsere freiheitliche Ordnung steht.
- Für ein Heer, das ein verlässlicher und geschätzter multinationaler Partner ist.
Kurz: Ich will für ein Heer arbeiten, das bereit ist zum Kampf, das sich durchsetzt, das gewinnt. Das seinen Beitrag dazu leistet, Frieden und Freiheit zu wahren. Mehr geht nicht, weniger auch nicht.
In den kommenden Wochen werde ich mit Ihnen darüber sprechen, wie wir das erreichen – bei unseren Begegnungen dort, wo das Herz des Heeres schlägt: in den Einheiten und Verbänden, in unseren Ausbildungseinrichtungen und Schulen, auf unseren Truppenübungsplätzen und in unseren Einsätzen.
Denn an diesen Orten wird genau das gelebt, was uns auszeichnen muss: Kameradschaft, militärische Exzellenz, der Wille zum Kampf und das Eintreten für unsere freiheitlichen Werte.
Ich freue mich sehr darauf!
Dr. Christian Freuding
Generalleutnant














