Das südkoreanische Unternehmen Nearthlab hat mit der Xaiden eine schwarmfähige Bomberdrohne vorgestellt. Sie soll in der Lage sein, Ziele auch ohne Navigations- und Telemetrieempfang koordiniert mit anderen Drohnen gleichen Typs autonom anzugreifen. Dies lässt sich einer Ende Juli von dem Unternehmen herausgegeben Mitteilung entnehmen. Der Mitteilung zufolge handelt es sich um ein unbemanntes Luftfahrzeuge (UAS), welches in einem autonomen Schwarm, geführt durch künstliche Intelligenz (KI), operieren kann und sich bereits in Produktion befindet.
Nearthlab bezeichnet das System rund um die Xaiden als ein durch eine integrierte KI geführtes, hochpräzises Angriffssystem gegen Bodenziele unterschiedlicher Kategorien. Demnach sollen die UAS in Schwärmen von bis zu zehn Drohnen durch die KI geführt und koordiniert als eigenständiges, taktisches Netzwerk operieren. Geführt wird das Netzwerk durch eine Führungsdrohne, welche als Relais zur Bodenstationsstation agiert. Laut Unternehmensangaben können die wirkmitteltragenden UAS ihr Ziel nach erfolgter Zuweisung auch in einem Umfeld ohne GPS- oder Telemetrieübertragung zur Bodenstation bzw. zur Führungsdrohne finden und bekämpfen.
In der tatsächlichen taktischen Anwendung sieht das Flugprofil Nearthlab zufolge wie folgt aus: Die Drohnen starten gleichzeitig, bilden in der Luft einen Schwarm und trennen sich dann zur synchronisierten Aufklärung im Zielgebiet. Die ermittelten Zieldaten werden nach erfolgter Auswertung den einzelnen UAS durch die KI zur Bekämpfung zugewiesen. Laut der Mitteilung ist die KI in der Lage eine Bewertung des Angriffserfolges in Echtzeit und im Bedarfsfall die Zuweisung weiterer Drohnenangriffe bis zur Vernichtung des Ziels durchzuführen. Laut Herstellerangaben ist die Autonomie des Systems so weit entwickelt, dass durch einen menschlichen Bediener bis zu zehn einzelne Schwärme überwacht und zum Einsatz gebracht werden können.
Über die Leitungsparameter der Xaiden ist indes wenig bekannt. Klar ist nur, dass die Drohne über insgesamt acht elektrisch angetriebene Rotoren verfügt. Zudem handelt es sich um ein wiederverwendbares System, welches sich nach erfolgter Rückkehr erneut für den Einsatz vorbereitet werden lässt. Als Wirkmittel führt die Drohne in der aktuell gezeigten Konfiguration zwei 60mm-Mörserpatronen mit, welche auch einzeln abgeworfen werden können. In Zukunft plant Nearthlab die Palette der nutzbaren Wirkmittel um weitere, international verbreitete, patronierte Wirkmittel zu erweitern. Diese werden in einem standardisierten Behälter der Drohne mitgeführt.
Kristóf Nagy
















