NATO setzt auf Maven Smart System und datenzentrierte Sicherheit

Lars Hoffmann

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Das NATO Maven Smart System (MSS) hat am 22. Juni seine volle technische Einsatzfähigkeit erreicht und damit einen wichtigen Meilenstein in der digitalen Transformation des Bündnisses gesetzt, wie aus einer aktuellen Mitteilung der NATO hervorgeht.

Bei MSS handelt es sich um eine KI-gestützte Softwareplattform, die vom US-Unternehmen Palantir entwickelt wurde. Das System hilf bei der Auswertung großer Datenmengen und der Einsatzplanung und verbindet Führungssysteme innerhalb der gesamten NATO miteinander.

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MSS unterstützt laut NATO jedes KI-Modell, wie beispielsweise die französische „Mistral AI“ und die US-amerikanische „Meta Platforms“, wobei weitere Modelle geplant seien. Die Plattform sei im Laufe des letzten Jahres ausgiebig getestet worden, unter anderem während mehrerer Übungen wie „STEADFAST DETERRENCE“.

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„Daten sind mehr denn je ein strategischer Vorteil. Unsere Fähigkeit, sie auf sichere Weise und nach gemeinsamen Standards auszutauschen, dabei die nationale Souveränität zu wahren, das Vertrauen zu stärken und die operative Kohärenz zu verbessern, wird für unsere Soldaten von entscheidender Bedeutung sein“, sagte Botschafter Jean-Charles Ellermann-Kingombe, stellvertretender Generalsekretär der NATO für Cyber- und digitale Transformation, laut Mitteilung.

In einem Schreiben vom 26. Juni hatte Bart van Miert, amtierender Chief Operating Officer der NATO Communications and Information Agency (NCIA), mitgeteilt, dass das NATO-MSS die volle technische Einsatzfähigkeit erfülle. Unabhängig davon erteilte das NATO Security Accreditation Board NATO MSS die vollständige Sicherheitsakkreditierung für den Betrieb des Systems im geheimen Netzwerk der NATO.

„Damit verfügen wir über die uneingeschränkte Berechtigung, das NATO-MSS für alle Zwecke einzusetzen, einschließlich Übungen, Einsätze und Aktivitäten“, so Oberst Arnel David von der U.S. Army, Leiter der Task Force Maven.

Während des Kongresses Data Centric Security (DCS) Deep Dive, der Anfang des Monats von infodas und AFCEA Europe in Brüssel veranstaltet wurde, betonten die Teilnehmer die Bedeutung von Trusted Data und Data-Centric Security für NATO, Streitkräfte und Industrie.

„Die digitale Transformation der NATO ist ein fortlaufender Prozess, der im Jahr 2022 begann. Zu ihren zentralen Elementen zählen Resilienz, Sicherheit, Interoperabilität, datenbasierte Entscheidungsfindung sowie der verantwortungsvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz“, sagte Gernot Friedrich, Leiter Interoperabilität und Standardisierung, NATO-Hauptquartier, bei der Veranstaltung, laut einer Mitteilung von infodas.

Datenzentrierte Sicherheit (Data-Centric Security, DCS) und Zero-Trust-Ansätze (ZT) seien wichtige Voraussetzungen für eine sichere und effektive digitale Transformation. „DCS und ZT sind dabei nicht nur im Verteidigungssektor, sondern auch in zivilen Bereichen von großer Bedeutung“, betonte Friedrich.

Um innovative und interoperable Fähigkeiten schneller zu entwickeln und bereitzustellen, profitiere die NATO von einer frühzeitigen und angemessenen Einbindung der Industrie – insbesondere in den Bereichen Standardisierung und Innovation, sagte er.

Oberst David, der Leiter der Task Force Maven, wird mit der Aussage zitiert: „Die Bedeutung von Daten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Manchmal konzentrieren sich Unternehmen stark auf Governance und Prozesse, die zwar wichtig sind, doch die Kernbotschaft für Führungskräfte ist einfach: Daten sind die eigentliche Chance.“

Unternehmen müssen sich laut David darauf konzentrieren, wie sie Daten erheben, weitergeben und nutzen, und gleichzeitig Vertrauen zwischen Teams und Partnern aufbauen. „Das ist es, was datenzentrierte Sicherheit ermöglicht.“

Lars Hoffmann