Das deutsche Unternehmen Romold hat im Rahmen des diesjährigen Industrietages des Military Engineering Centre of Excellence (MILENG COE) in Ingolstadt erstmals sein modulares Schutzwandsystem ROM-Fort vorgestellt, das nach dem Lego-Steckprinzip funktioniert und in wenigen Minuten aufgebaut werden kann.
Nach Aussage eines Unternehmensvertreters handelt es sich bei ROM-Fort um ein Derivat des 2023 vorgestellten modularen Kampfgrabensystems ROM-Trench. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Schutzwände und Stellungen oberirdisch aufgebaut werden und nicht unterirdisch, wie es beim Kampfgrabensystem der Fall ist. Das Funktionsprinzip beruht auf dem gleichen Lego-Steckprinzip, so dass Höhe, Länge, Tiefe und Winkel der Schutzwände bzw. Stellungen beliebig angepasst werden können.
Als möglichen Einsatzzweck sieht das Unternehmen die Absicherung von Kasernen oder sonstiger kritischer Infrastruktur. Bei Veränderung der Gefährdungslage müssen hier zügig Stellungen aufgebaut sowie bemannt werden, üblicherweise geschieht dies indem Sandsäcke befüllt und nach Bedarf zu Stellungen gestapelt werden. Nach Entspannung der Lage werden diese dann zurückgebaut.
Der Hersteller sieht in ROM-Fort eine Alternative zu klassischen Stellungen, die mittels gefüllter Sandsäcke oder Munitionskisten errichtet werden. Das modulare Schutzwandsystem kann in wenigen Minuten durch einzelne Soldaten werkzeugfrei errichtet werden und muss im Anschluss nur noch mit Sand, Kies oder sonstigem Füllmaterial befüllt werden. Zu Verstärkung der ballistischen Schutzeigenschaft können Metalleinlagen in die Hohlwände platziert werden. Werden die Systeme nicht mehr benötigt, können diese genau so schnell wieder zerlegt und bis zur nächsten Nutzung eingelagert werden. Die Kunststoff-Modulbauteile und Metallrahmen sind äußerst robust und wieder verwendbar. Die Lagerung kann bei Bedarf auch im Freien erfolgen.
Auch komplexere Schutzstrukturen für Fahrzeugschleusen oder Check-Points für Ausbildung, Übung und Einsatz lassen sich damit nach Aussage des Herstellers realisieren. Zudem ist eine Kombination mit dem Kampfgrabensystem ROM-Trench möglich.
Waldemar Geiger















