Kampfstiefel neu gedacht – Konzeptstudie von GORE-TEX zeigt, wie moderne Materialien und neue Konstruktionsansätze den militärischen Kampfstiefel grundlegend verändern können

Sponsored Content: W.L. Gore & Associates GmbH

Kampfstiefel gehören zu den zentralen Ausrüstungsgegenständen moderner Streitkräfte – und stehen dennoch selten im Fokus grundlegender Innovationen. Während sich Einsatzrealitäten in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben, sind viele am Markt verfügbare Modelle weiterhin stark von klassischen Lederkonstruktionen geprägt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Mobilität, Tragekomfort und Klimamanagement kontinuierlich.

Mit einer Konzeptstudie für Militärstiefel setzt die Marke GORE-TEX® genau hier an: Im Mittelpunkt steht dabei das EXTRAGUARD Obermaterial als Ausgangspunkt für eine vollständig neue Konstruktionslogik. David Bastias, Strategic Marketing Footwear bei der Marke GORE-TEX®, über Hintergründe, Entwicklungsansatz und die Frage, wie der Kampfstiefel der Zukunft aussehen könnte.

Was war das der zentrale Auslöser für Ihre Konzeptstudie?

Bastias: Die Einsatzrealitäten im Militär verändern sich stetig. Ein Blick auf heutige Einsatzprofile zeigt eine klare Entwicklung: Soldatinnen und Soldaten sind mobiler, länger im Einsatz und häufiger wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt. Das reicht von Hitze über Nässe bis hin zu Kälte – oft innerhalb kurzer Zeiträume. Gleichzeitig orientieren sich viele Einsatzstiefel konstruktiv noch immer an sehr klassischen Mustern – schweren, sehr steifen Lederstiefeln, die die neuen Einsatzanforderungen nur teilweise erfüllen. Genau diese Diskrepanz war für uns der Ausgangspunkt: Wir wollten zeigen, was möglich ist, wenn man den Kampfstiefel konsequent neu denkt.

Der in der Konzeptstudie von GORE-TEX von Grund auf neu entwickelte Kampfstiefel verhält sich bei Nässe stabil, bietet dauerhaften Komfort und kombiniert Schutz mit Beweglichkeit.
Der in der Konzeptstudie von GORE-TEX von Grund auf neu entwickelte Kampfstiefel verhält sich bei Nässe stabil, bietet dauerhaften Komfort und kombiniert Schutz mit Beweglichkeit. (Bild: W.L. Gore & Associates GmbH)

Sie sprechen bewusst von einem Neudenken – was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Produktentwicklungen?

Bastias: Der entscheidende Unterschied ist der sogenannte „White-Sheet-Ansatz“. Wir haben nicht versucht, ein bestehendes Modell zu optimieren, sondern sind vom leeren Blatt gestartet. Im Zentrum steht dabei das EXTRAGUARD Obermaterial – nicht als Ersatz für Leder, sondern als Ausgangspunkt für eine neue Konstruktionslogik.

Welche Rolle spielt das Material konkret für die Konstruktion des Stiefels?

Bastias: Eine zentrale. EXTRAGUARD bringt Eigenschaften mit, die die Spielregeln verändern: Es ist deutlich leichter als Leder, nimmt kaum Wasser auf, trocknet schnell und bleibt auch bei Nässe formstabil und leicht. Hinzu kommt, dass das EXTRAGUARD Obermaterial als Rollenware mit gleichbleibender Qualität verarbeitet werden kann. Dadurch entstehen neue konstruktive Freiräume, die mit klassischen Materialien so nicht erreichbar sind – etwa bei Schnittführung, Nahtreduzierung oder der Positionierung von Schutzzonen. Wir können den Stiefel funktional völlig anders aufbauen als mit klassischen Materialien.

Sie vergleichen die Studie mit einem „Concept Car“. Was bedeutet das im Kontext militärischer Ausrüstung?

Bastias: Ein Concept Car zeigt, was technisch und gestalterisch möglich ist, ohne schon ein Serienprodukt zu sein. Genauso verstehen wir unsere Studie: als Impulsgeber für Hersteller und Beschaffer. Es geht darum, Denkprozesse anzustoßen, neue Perspektiven aufzuzeigen und die Entwicklung mit unserem Material- und Anwendungsknow-how zu unterstützen – nicht darum, ein fertiges Produkt zu präsentieren. Wir wollen zeigen, welches Potenzial entsteht, wenn wir Material, Konstruktion und Design von Anfang an zusammen denken.

David Bastias, Strategic Marketing Footwear bei der Marke GORE-TEX
David Bastias, Strategic Marketing Footwear bei der Marke GORE-TEX. (Bild: W.L. Gore & Associates GmbH)

Komfort spielte im militärischen Bereich lange nur eine Nebenrolle. Warum rückt dieser Aspekt in Ihrer Studie stärker in den Fokus?

Bastias: Weil Komfort und Leistungsfähigkeit direkt zusammenhängen. Ein Stiefel, der weniger ermüdet, erhöht die Ausdauer und Konzentration des Trägers. Moderne Soldaten legen oft große Distanzen zurück, tragen schwere Ausrüstung und sind lange auf den Beinen. Da macht es einen enormen Unterschied, ob der Stiefel dämpft, flexibel ist und sich gut an den Fuß anpasst – oder eben nicht.

Welche Rolle spielen dabei Einflüsse aus dem Sportbereich?

Bastias: Eine wichtige. Wir haben uns bewusst an Performance-Schuhen orientiert, insbesondere im Bereich der Mittelsohle. Die eingesetzten Materialien bieten eine dauerhafte Dämpfung und eine gewisse Energierückgabe – Eigenschaften, die man aus dem Running- oder Trailbereich kennt. Für den militärischen Einsatz kombinieren wir diese Eigenschaften mit Stabilität und Schutz. Das Ergebnis ist ein Tragegefühl, das eher an einen Sneaker erinnert – bei gleichzeitig hoher Robustheit.

Wie wirkt sich das konkret im Einsatz aus?

Bastias: Vor allem über die Zeit. Nach vielen Stunden oder Tagen auf den Beinen summieren sich kleine Unterschiede. Weniger Gewicht, bessere Dämpfung und ein stabileres Fußklima führen dazu, dass Soldaten weniger schnell ermüden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Verhalten bei Nässe, einer der kritischsten Faktoren im Feld. Wenn ein Stiefel Wasser aufnimmt, wird er schwer, kühlt aus und verliert an Komfort. EXTRAGUARD wurde genau für dieses Szenario entwickelt: Es nimmt kaum Wasser auf, trocknet schneller und bleibt konstant leicht. Das verbessert nicht nur den Tragekomfort, sondern auch die Einsatzfähigkeit über längere Zeiträume hinweg. Ein klarer Vorteil in realen Einsatzszenarien.

Neben Funktion und Komfort spielt auch Design eine Rolle. Ist das im militärischen Bereich tatsächlich relevant?

Bastias: Ja, zunehmend. Design ist letztlich das sichtbare Ergebnis guter Funktion. Gleichzeitig kann es die Akzeptanz deutlich stärken und auch für Motivation und Nachwuchsgewinnung relevant sein: Die neue Generation von Soldatinnen und Soldaten kennt moderne Produkte aus dem zivilen Bereich und erwartet auch bei Ausrüstung ein zeitgemäßes Gesamtbild.

Wenn Sie den Kampfstiefel der Zukunft in wenigen Worten beschreiben müssten – wie sieht er aus?

Bastias: Er ist leichter, funktionaler und stärker am Nutzer orientiert. Er verhält sich bei Nässe stabil, bietet dauerhaften Komfort und kombiniert Schutz mit Beweglichkeit. Vor allem aber ist er kein einzelnes Produkt mehr, sondern ein durchdachtes System aus Material, Konstruktion und Anwendung. Unsere Studie zeigt, wie dieser Weg aussehen kann.

Und was ist die wichtigste Botschaft Ihrer Konzeptstudie?

Bastias: Innovation entsteht, wenn man Perspektiven verändert. Unser Ansatz zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn man den Kampfstiefel nicht vom bestehenden Produkt aus denkt, sondern vom Material und den realen Anforderungen im Einsatz. Alles Weitere ergibt sich daraus.

Abschließend gefragt: Ist der klassische Leder-Kampfstiefel ein Auslaufmodell?

Bastias: So absolut würde ich es nicht formulieren. Leder ist ein bewährtes Material und wird auch weiterhin seine Berechtigung haben. Gleichzeitig sehen wir klar, dass moderne Materialien und materialgerechte Konstruktionen an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist, dass man sie nicht einfach in bestehende Konzepte integriert, sondern ihre Eigenschaften konsequent nutzt.