Iris Dena und Arctic Metagaz: Vergleich zwischen konventionellen und unbemannten Anti-Schiff-Fähigkeiten

Sam Cranny-Evans

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Die Versenkung der iranischen Fregatte Iris Dena in derselben Woche, in der ein russischer Öltanker angeblich durch unbemannte Kampfboote (USV) der Ukraine versenkt wurde, bietet die Möglichkeit für einen interessanten Vergleich. Die beiden Fähigkeiten werden oft als gegensätzlich dargestellt: das veraltete U-Boot gegenüber dem neuen modernen USV. Die Realität ist jedoch viel komplexer.

Ein Jagd-U-Boot der US-Marine hat eine iranische Fregatte namens Iris Dena versenkt. Laut Aussagen des US-Kriegsministers fand der Einsatz am späten Dienstag, dem 3. März, statt. Das Schiff befand sich etwa 80 km vor der Küste von Sri Lanka, als es nach einer internationalen Übung mit Indien auf dem Rückweg zu seinem Heimathafen war.

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Das von den USA veröffentlichte Video zeigt, wie ein einzelner Mk-48-Schwergewichtstorpedo das Heck des Schiffes trifft.

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Die srilankische Küstenwache erhielt am Mittwochmorgen um 5:08 Uhr einen Notruf, und als sie einige Stunden später eintraf, war das Schiff bereits gesunken. Mindestens 87 iranische Seeleute sind nach bestätigten Angaben ums Leben gekommen, 32 von 140 Besatzungsmitgliedern konnten gerettet werden.

Kurz bevor der Torpedo die Iris Dena traf, geriet ein russischer Tanker namens Arctic Metagaz in Brand und explodierte.

Er befand sich 240 km vor der Küste Libyens als es schließlich sank. Die 30-köpfige Besatzung wurde gerettet, aber Wladimir Putin und andere russische Persönlichkeiten haben die Ukraine beschuldigt, das Schiff versenkt zu haben. Ohne Beweise behaupten sie, dass zwei unbemannte ukrainische Wasserfahrzeuge die Arctic Metagaz gerammt hätten. Berichten zufolge war sie auf dem Weg zu einem ägyptischen Hafen, als sie sank.

Verbindung zwischen dem Untergang der Iris Dena und der Arctic Metagaz

Zunächst einmal wird derzeit in Echtzeit deutlich, dass es zwei unterschiedliche Methoden der Kriegsführung gibt. Unter Militärexperten werden immer mehr Stimmen laut, die sich gegen die Abhängigkeit von konventionellen Fähigkeiten aussprechen: „Ein U-Boot ist zu groß und zu teuer, man kann nicht genug davon bauen“, könnte man beispielsweise argumentieren.

Ähnliche Argumente werden auch in Bezug auf Panzer, Kampfflugzeuge und in gewisser Weise auch in Bezug auf die Luftverteidigung vorgebracht. Drohnen und unbemannte Plattformen seien die Zukunft, so lautet oft das Argument.

Und sicherlich deutet die Versenkung der Arctic Metagaz sowie mehrerer russischer Schiffe im Schwarzen Meer darauf hin, dass USVs ein Problem für Seeplattformen darstellen können.

Aber die Versenkung der Iris Dena sollte uns daran erinnern, dass auch konventionelle Fähigkeiten außerordentlich wirkungsvoll sein können. Während ein USV-Angriff in der Regel darauf abzielt, ein Schiff zu beschädigen und interne Schäden zu verursachen, hat der einzelne Torpedo, der die Iris Dena traf, unverzüglich katastrophale Schäden verursacht.

Das U-Boot musste keine Kommunikationsverbindung zu einer anderen Plattform aufrechterhalten. Und aller Wahrscheinlichkeit nach hatte die Besatzung der Iris Dena keine Vorstellung davon, dass es überhaupt vor Ort war. Wenn sich weitere Ziele in der Gegend befunden hätten, hätte das US-U-Boot seine Jagd fortsetzen und den Gegner weiter schwächen können. USVs hingegen können mit Wachpersonal und den Waffen eines Schiffes bekämpft werden. Russland hat auch bereits Hubschrauber eingesetzt, um seine Schiffe gegen sie zu schützen, und dabei einige Erfolge erzielt.

Für einen erfolgreichen USV-Einsatz sind umfangreiche Planungen und Kenntnisse über die Route eines Zielschiffes sowie eine gute Koordination erforderlich. Nicht, dass ein U-Boot dies nicht auch benötigen würde, aber ein einzelnes Jagd-U-Boot mit der Erlaubnis, in einem Raum feindliche Ziele frei jagen zu dürfen, kann seine eigenen Aktionen effektiv koordinieren.

Beide Fähigkeiten sind eindeutig effektiv und haben ihre Berichtigung. Der entscheidende Unterschied scheint der Ressourcenbedarf zu sein.

U-Boot-Jagd versus Seedrohnenabwehr

Als 2025 ein russisches U-Boot einem US-Flugzeugträger zu nahe kam, flogen Großbritannien, die USA und andere Verbündete mit ihren P-8 Poseidon-ASW-Flugzeugen ständig in Schleifen, um es zu finden. Eine britische Fregatte vom Typ 23 übernimmt ständig die Rolle einer U-Boot-Patrouille in der Nordsee. Und Großbritannien erforscht im Rahmen des Projekts CABOT eine umfangreiche und ehrgeizige Fähigkeit, die fast ausschließlich der Suche nach U-Booten gewidmet ist.

Kurz gesagt: Die Bekämpfung eines U-Boots ist sehr schwierig. Moderne Typen können außergewöhnlich leise operieren und sind daher schwer zu finden. Ihre Torpedos und Flugkörper sind schwer abzufangen, insbesondere wenn sie als Salve abgefeuert werden. Gleichzeitig erfordert die Suche nach einem U-Boot einen hohen Ressourcenaufwand, über den nur wenige Streitkräfte weltweit verfügen. All dies macht ein U-Boot in seiner Rolle als Angriffsmittel gegen Schiffe einzigartig gefährlich.

Im Gegensatz dazu erfordert die Bekämpfung eines USV ein gutes Situationsbewusstsein und die an Bord eines Schiffes befindlichen Waffen, die gegen sie wirksam sind. Die Besatzung eines einzelnen Schiffes wäre theoretisch in der Lage, sich gegen einen USV-Angriff zu verteidigen. Vorausgesetzt natürlich, dass sie über die richtigen Ressourcen verfügt. Auf der anderen Seite des Spektrums wäre es selbst für eine zur U-Jagd ausgelegten Fregatte mindestens eine große Herausforderung, ein U-Boot der Yasen-Klasse alleine aufzuspüren und zu zerstören.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bekämpfung eines U-Boots wahrscheinlich ganz andere Ressourcenanforderungen an eine Streitkraft stellt als die Bekämpfung von USVs. Außerdem ist ein U-Boot in der Regel effektiver, sobald es sich in Reichweite eines Ziels befindet. USVs können jedoch für Unruhe und Verwirrung sorgen und sich als nützlich erweisen, um unvorbereitete Ziele aus großer Entfernung zu treffen. Sie sind keine leere Drohung für die moderne Seemacht. Ihre Nützlichkeit sollte jedoch gegen die viel größere Letalität eines U-Boots abgewogen werden.

Autor: Sam Cranny-Evans. Der Beitrag erschien erstmalig am 5.03.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Calibre Defence.