Hensoldt erhöht Produktionskapazität für das TRML-4D auf 30 Radare pro Jahr

Lars Hoffmann

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Neben einem steigenden Bedarf für Systeme zur Signalaufklärung – auch als Signal Intelligence oder SIGINT bezeichnet – sieht Hensoldt insbesondere beim Luftraumüberwachungsradar TRML-4D ein hohes Wachstumspotenzial und steigert daher die Produktionskapazität. Dies geht aus den Aussagen von Hensoldt-CEO Oliver Dörre Ende hervor, die er Ende Juli bei einer Telefonkonferenz mit Analysten gemacht hat.  

Um ganz Deutschland abzudecken seien 40 bis 60 Radare dieses Typs erforderlich, sagte Dörre bei dem Analystengespräch. Er räumte jedoch ein, dass es dazu noch keine schriftlichen Festlegungen gebe. Zudem sieht er im Rahmen der sich gut entwickelnden ESSI-Initiative eine erhebliche Nachfrage nach dem TRML-4D-Radar in Europa. Bei früheren Gesprächen hatte er von einem Marktpotenzial für den Sensor von rund 2 Milliarden Euro in Europa gesprochen, das er bestätigte. Seinen Worten zufolge wird gegenwärtig die jährliche Produktionskapazität für das Radar auf bis zu 30 Exemplare hochgefahren. Sollte die Nachfrage langfristig weiter zunehmen, will Dörre nicht ausschließen, den Sensor auch bei Partnern bauen oder zumindest montieren zu lassen.

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Zudem werden die Radare kampfwertgesteigert. Nach Aussage des Hensoldt-CEO werden in Zukunft neu ausgelieferte Radare auch dazu befähigt sein, Artilleriegranaten und Mörserpatronen im Flug zu detektieren. Im Juni hatte der Hersteller zudem im Zuge der Paris Air Show angekündigt, die Fähigkeit zur KI-basierte Zielerkennung in das TRML-4D zu integrieren, hartpunkt berichtete.

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Das TRML-4D basiert laut Hensoldt auf der neuesten AESA-Radartechnologie (Active Electronically Scanned Array) und gewährleistet die schnelle Erkennung und Verfolgung von etwa 1.500 Zielen in einem Radius von bis zu 250 km. Dabei sei es in der Lage, alle Arten von Luftzielen – Marschflugkörper, Raketen, Drohnen und Flugzeuge – schnell und zuverlässig zu erkennen, zu verfolgen und für die Bekämpfung zu klassifizieren.

Das TRML-4D ist ein fester Bestanteil des von Diehl Defence entwickelten Luftverteidigungssystems Iris-T SLM. Neben der Ukraine ist das Luftverteidigungssystem auch in Ägypten im Einsatz. Weiterhin haben sich Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Schweden und die Schweiz für die Beschaffung von Iris-T SLM entschieden. Zudem gibt es Signale aus Bulgarien, Litauen und Österreich, die auf eine Beschaffungsabsicht hindeuten. Darüber hinaus kann das TRML-4D auch als Standalone-Luftraumüberwachungsradar genutzt werden.

Lars Hoffmann