Die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) will ihre Herstellungskapazitäten deutlich erweitern und baut dazu nahe der dänischen Grenze in Handwitt ein großes Produktions- und Instandhaltungswerk auf. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich für das neue Werk 3 startete das Unternehmen heute die Bauphase. An der Zeremonie nahmen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, sowie der Bürgermeister der Gemeinde Handewitt, Thomas Rasmussen, neben dem Sprecher der FFG Gesellschafter, Norbert Erichsen, sowie den Geschäftsführern Max Heimann und Jörg Kamper teil.
Zur Veranstaltung unter winterlichen Bedingungen waren auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bundeswehr, internationalen Streitkräften und Industrie gekommen.
Werk 3 ist ein zentrales Zukunftsprojekt der FFG. Mit dem neuen Standort etwa zehn Kilomter vom Stammwerk entfernt schafft das Unternehmen zusätzliche Fertigungskapazitäten, moderne und attraktive Arbeitsplätze sowie eine hohe Flexibilität für unterschiedliche Systeme und Kundenanforderungen. Künftig sollen hier unter anderem neue Fahrzeugsysteme wie ACSV und WiSENT 2 sowie perspektivisch auch CAVS gefertigt werden. Die Produktion soll im ersten Quartal 2027 aufgenommen werden, wie Gechäftsführer Norbert Erichsen im Gespräch mit hartpunkt erläuterte.
Im ersten Bauabschnitt sollen ein fünfgeschossiges Verwaltungsgebäude, zwei Fertigungshallen sowie eine Logistikhalle mit automatisiertem Hochregallager enstehen. Das Werk sei konsequent auf Flexibilität, Wachstum und langfristige Nutzung ausgelegt, so die FFG.
Erichsen betonte in seiner Ansprache das langfristige Bekenntnis der FFG zur Region und zur eigenen Verantwortung: „Mit dem neuen Werk entwickeln wir uns als FFG auf allen Ebenen weiter. Es ist eine sehr langfristige Investition – in unsere Fähigkeiten, in hochwertige Arbeitsplätze und in den Standort Schleswig-Holstein. Diese Investition tragen wir bewusst aus unternehmerischer Verantwortung heraus.“ In Handewitt sollen Arbeitsplätze für rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen. Neben Deutschland verfüge die FFG auch über Niederlassungen in Israel, der Ukraine und Kanada, so Erichsen. Wie er im Gespräch erläuterte, will sich sein Unternehmen auch in Zukunft auf Kettenfahrzeuge konzentrieren und weiter in die Entwicklung von neuen Produkten investieren. Er erwartet weitere Wachstumschancen – insbesondere in Europa – durch die Kooperation mit dem israelischen Unternehmen Elta. In seiner Rede betonte der FFG-Chef, dass die Investition allein aus Eigenmitteln ohne staatliche Hilfe erfolgen.
Generalinspekteur Breuer sagte in seiner Rede, dass die Bundeswehr einen Personalaufwuchs benötige um „im Fall der Fälle“ auf 460.000 Soldatinnen und Soldaten zu kommen. Reservisten seien das Rückgrat des Aufwuchses. Der General wiederholte seine Warnung, dass Russland im Jahr 2029 in der Lage sein könnte, „großumfänglich“ auch NATO-Territorium anzugreifen. Aus diesem Grund sei Abschreckung erforderlich. Seiner Aussage zufolge war die sicherheitspolitische Lage in den vergangenen 40 Jahren nie so gefährlich wie heute. Ziele der russischen Aggression seien immer der Staat, die Wirtschaft und die Bevölkerung, warnte Breuer. Ministerpräsident Daniel Günther würdigte das Projekt als „starkes Zeichen für den Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit“ und betonte die Bedeutung der FFG als innovatives, international tätiges Unternehmen der schleswig-holsteinischen Wehrtechnik.
Lars Hoffmann
















