Fassmer bündelt Marinegeschäft

Die Fassmer-Werft aus dem niedersächsischen Berne fasst ihre Aktivitäten im Marineschiffbau der drei Unternehmensbereiche Schiffbau, Rettungsbootsbau sowie Anlagenbau unter der Marke „Fassmer Defence“ zusammen. Man strebe an, verstärkt die Marine als Kunden zu bedienen, begründete  Thomas Sass, Director Sales Shipbuilding Division, diesen Schritt. Zusammen mit seinem Kollegen René Quezada ist Sass für die neue Sparte verantwortlich, die Komplettlösungen anbieten soll.

Der Fassmer-Manager sieht seine Werft vor allem bei den in den kommenden Jahren zu erwartenden Neubeschaffungen von Hilfsschiffen für die Deutsche Marine gut aufgestellt. So  habe man Interesse am Bau von Erprobungsbooten für Wehrtechnische Dienststellen sowie von neuen Schleppern, erläuterte Sass. Auch die Beteiligung an der Ausschreibung für neue Flottendienstboote will er nicht ausschließen. Beobachter erwarten hier Anfang kommenden Jahres den Beginn des Beschaffungsvorhabens. Die vor wenigen Wochen gestartete Ausschreibung für neue Marinetanker sei dagegen „eine Nummer zu groß“, sagte Sass. Die Kapazitäten am Standort Berne reichten dafür nicht aus.

In den vergangenen Jahren hat Fassmer drei fast 90 Meter lange Schiffe für die Bundespolizei ausgeliefert. Diese basieren auf dem vor allem nach Lateinamerika verkauften Design eines Offshore Patrol Vessel (OPV). Für den deutschen Kunden wurden allerdings die Antriebskomponenten modifiziert.

Nach zahlreichen Gesprächen mit internationalen Marinekunden  habe Fassmer überdies ein so genanntes Multi Purpose Vessel (MPV) für Baulängen zwischen 70 und 120 Metern entwickelt, erläuterte Sass. In der größten Variante würde ein solches Schiff über zwei Hubschrauberdecks sowie einen Hangar verfügen, der zwei Schwerlast-Helikopter des Typs CH-53 K aufnehmen kann. Im Augenblick wird dieses Muster nur vom US Marine Corps geflogen. Bei der Bundeswehr ist der CH-53 K einer der beiden Wettbewerber für die Beschaffung eines Schweren Transporthubschraubers.

Nach den Vorstellungen von Fassmer würde ein MPV 120 über eine Stammbesatzung von rund 40 Personen verfügen, die bei Bedarf bis auf 240 Mann aufgestockt werden. Das Schiffe könnte demnach unter anderem auch für logistische Aufgaben, als Krankenhaus auf See oder als Tender genutzt werden.
lah/12/21.7.2020