Diehl Defence und Lockheed Martin Missiles and Fire Control haben eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der integrierten Luftverteidigung und Flugkörperabwehr (Integrated Air and Missile Defense, IAMD) zu prüfen.
Wie Diehl in einer Mitteilung schreibt werden die Unternehmen im Rahmen der Erklärung den Ausbau der Lieferkette für den modernesten Boden-Luft-Flugkörper für das Luftverteidigungssystem Patriot mit der Bezeichnung PAC-3 MSE, Forschung und Entwicklung sowie weitere Bereiche untersuchen. Durch die Kombination ihres Fachwissens und ihrer sich ergänzenden Fähigkeiten wollen Diehl Defence und Lockheed Martin nach eigenen Angaben drängende Verteidigungs- und Sicherheitsfragen angehen.
Jason Reynolds, Vice President & General Manager Missiles and Fire Control bei Lockheed Martin, heute bei einem Pressegespräch während der Rüstungsmesse LANDEURO in Wiesbaden im Juli gesagt, dass er in Europa Gespräche mit potenziellen Zulieferern für die PAC-3-Produktion führe. „Wir suchen nach internationalem Content“, sagte Reynolds damals. So habe er beispielsweise mit Diehl über die Bereitstellung von Batterien für den Flugkörper gesprochen, jedoch noch ohne in technische Details zu gehen. Er kündigte seinerzeit an, die Produktion des Flugkörpers auf 750 Exemplare pro Jahr hochfahren zu wollen.
„Die jüngsten Ereignisse auf der Welt haben den Bedarf an PAC-3 MSE für Amerika und verbündete Nationen erhöht. Um diese wachsende Nachfrage zu bedienen, steigert Lockheed Martin die Produktion, um die Bereitstellung dieser kritischen Verteidigungsfähigkeit für unsere weltweiten Kunden zu beschleunigen“, wird Reynolds nun in der aktuellen Mitteilung zitiert. „Durch die Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit Branchenführern wie Diehl Defence können wir eine widerstandsfähigere und reaktionsfähigere Lieferkette sicherstellen, die die Verteidigung der Verbündeten unterstützt.“
Diehl Defence und Lockheed Martin verfügen nach Aussage von Torsten Cook, Senior Vice President GBAD bei Diehl Defence, über aufeinander abgestimmte ähnliche Kernkompetenzen, komplementäre Fähigkeiten und gemeinsames Fachwissen in diesem Missionsbereich. „Kohäsion und Widerstandsfähigkeit müssen sich auch in der Verteidigungsindustrie widerspiegeln“, so Cook.
PAC-3 MSE ist laut Mitteilung ein Eckpfeiler der U.S. und europäischen Luftverteidigung und Flugkörperabwehr. Der Lenkflugkörper habe sich in der Abwehr ballistischer Raketen, Marschflugkörper, Hyperschallraketen und Bedrohungen aus der Luft bewährt. Die Vereinigten Staaten und Deutschland sind zwei von 17 Partnernationen, die sich für den PAC-3 MSE zur Abwehr von Luft- und Flugkörperbedrohungen entschieden haben. Diese Partnerschaft soll laut Diehl Defence die Widerstandsfähigkeit der alliierten Lieferkette erhöhen und dabei neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen, die beiden Seiten des Atlantiks zugutekommen.
Zum Produktportfolio von Diehl Defence mit Hauptsitz in Überlingen zählen neben Systemen für die bodengebundene Luftverteidigung Lenkflugkörper für alle Teilstreitkräfte, Munition für Heer, Luftwaffe und Marine sowie Schutzsysteme. Darüber hinaus entwickelt und produziert Diehl Defence Schlüsselkomponenten wie Infrarot-Module, Zünder und Spezialbatterien.
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