Deutschland und Australien wollen im Weltraum kooperieren

Lars Hoffmann

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Deutschland und Australien planen eine engere militärische Zusammenarbeit im Weltraum und haben dazu während des Aufenthalts von Verteidigungsminister Boris Pistorius in Australien ein Memorandum of Understanding unterschieben. Pistorius und Richard Marles, stellvertretender Premierminister und Verteidigungsminister Australiens, zeichneten nach Angaben des BMVg in Canberra eine Absichtserklärung für ein weltweites Netzwerk an Weltraum-Überwachungssensorik. Damit sollen Satellitenmanipulation oder gar -zerstörung frühzeitig erkannt werden. „Ein Frühwarnsystem für den Weltraum“, fasste es Pistorius zusammen.

Um die Truppe mit satellitengestützten Lagebildern und Kommunikation zu versorgen, sei es notwendig, dass die Satelliten funktionsfähig seien – und es bleiben, schreibt das Ministerium. Satellitenbilder sind den Angaben zufolge nicht nur entscheidend für die Streitkräfte, sondern auch das frühe Erkennen von Umweltkatastrophen wie Tsunamis ist wichtig für die Nationen – gerade im Indo-Pazifik. Deutschland werde in den kommenden Jahren mehr als 35 Milliarden Euro in Weltraumsysteme investieren, erläuterte Pistorius bei seinem Besuch.

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Jedoch werde relevante Infrastruktur – wie es auch die satellitengestützten Systeme sind – Ziel von Angriffen. „Im Weltraum sind China und Russland unsere direkten Nachbarn. Sie haben ihre offensiven Fähigkeiten im Weltraum ausgebaut. Sie können Satelliten stören, blenden oder zerstören“, so Pistorius. Daher sei es wichtig, auch im Weltraum einen Überblick über die Geschehnisse zu haben. „Wir müssen wissen, was da oben passiert. Nur so können wir eigene Systeme schützen.“

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Dazu soll nun ein weltweites Netzwerk an Überwachungssensorik dienen. Die zwischen Australien und Deutschland gezeichnete Absichtserklärung beinhaltet darüber hinaus auch einen gegenseitigen Daten- und Informationsaustausch. „Damit stärken wir die Weltraumfähigkeit beider Nationen“, betonte der Verteidigungsminister. 

Laut BMVg besuchte Pistorius auch die auf Lasertechnologie spezialisierte Rüstungsfirma EOS in Canberra. Dort ging es den Angaben zufolge um die Systeme Apollo und Atlas. Mit Apollo könnten beispielsweise 20 bis 30 Drohnen pro Minute abgeschossen werden, wie es in der BMVg-Mitteilung heißt. Und Atlas könnte mit Hochleistungslasern beispielsweise Satelliten blenden oder auch zerstören.

Wie der Verteidigungsminister während einer Pressekonfernz erläuterte, denkt die Bundeswehr über ein verändertes Verfahren bei der Beschaffung von Lasern nach. Womöglich könne man ein ähnliches Vorgehen wie bei Loitering Munition wählen, bei denen mehrere Anbieter ausgewählt wurden und fixe Meilensteine in den Prozess eingebaut wurden. Laut Pistorius kommen Anbieter aus Deutschland, Australien und Israel dafür in Betracht. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vor einigen Wochen die Direktvergabe eines Laserauftrags an MBDA und Rheinmetall abgelehnt.

Bei seiner Rede im National Press Club kündigte Pistorius an, dass die Luftwaffe Ende Juli mit neun Eurofightern und Tankflugzeugen zur Übung Pitch Black nach Australien fliegen wird. Die Marine wird seinen Ausführungen zufolge 2028 erneut an RIMPAC teilnehmen, der größten Marine-Übung im Pazifik. Das Heer sei bei Talisman Sabre vertreten, so Pistorius. Zudem würden Tornado-Waffensystemoffiziere in Australien zu Jetpiloten ausgebildet. Im Gegenzug stelle die Bundeswehr einen Fluglehrer.

Lars Hoffmann