CENTCOM bestätigt ersten Kampfeinsatz einer Marinedrohne gegen iranische Marinebasis

Kristóf Nagy

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Das U.S. Central Command (CENTCOM) hat Bildmaterial veröffentlicht, das den ersten operativen Kampfeinsatz des unbemannten Überwasserfahrzeugs (Unmanned Surface Vessel, USV) „Corsair“ bestätigt. Das System kam bei Angriffen auf den iranischen Marinestützpunkt Bandar Abbas in der Nacht zum 12. Juli zum Einsatz. Nach Angaben des US-Kommandos handelt es sich um den ersten öffentlich bestätigten Kampfeinsatz eines US-amerikanischen unbemannten Überwasserfahrzeugs.

Wie aus den veröffentlichten Aufnahmen hervorgeht, wurden insgesamt drei Corsair-Marinedrohnen eingesetzt. Ziel des Angriffs war ein am Kai liegendes U-Boot der iranischen Ghadir-Klasse sowie eine Anlage zur Wartung und Instandsetzung von Marineeinheiten. Die unbemannten Boote näherten sich ihren Zielen aus unterschiedlichen Richtungen und setzten beim Aufprall um. Nach Angaben von CENTCOM sollte der Angriff die Fähigkeit Irans einschränken, maritime Operationen im Persischen Golf und in der Straße von Hormus durchzuführen.

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Die Corsair wurde vom US-Unternehmen Saronic Technologies als mittelgroßes autonomes Überwasserfahrzeug entwickelt. Das rund 7,3 Meter lange und dieselbetriebene System verfügt nach Herstellerangaben über eine Reichweite von mehr als 1.000 Seemeilen, erreicht Geschwindigkeiten von über 35 Knoten und kann Nutzlasten von bis zu 454 Kilogramm aufnehmen. Das Fahrzeug ist mit einer passiven 360-Grad-Sensorik für Tag- und Nachtoperationen ausgestattet und kann Navigations- sowie Missionsaufgaben weitgehend autonom durchführen. Die Steuerung erfolgt über eine softwarebasierte Architektur, die einen Einsatz auch in Umgebungen mit eingeschränkter Kommunikation und GPS-Empfang ermöglichen soll.

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Ursprünglich wurde die Plattform nicht ausschließlich als Einwegwaffe konzipiert. Saronic bewirbt die Corsair vielmehr als modulares Mehrzwecksystem für Aufklärungs-, Patrouillen-, Logistik-, Sicherungs- und kinetische Einsätze. Durch unterschiedliche Nutzlasten kann das Fahrzeug an verschiedene Missionsprofile angepasst werden. Der nun erfolgte Kampfeinsatz zeigt jedoch, dass die Plattform durchaus als kostengünstiges maritimes Angriffsmittel verwendet werden kann.

Bereits vor dem Angriff auf Bandar Abbas war die Corsair operativ genutzt worden. Nach Angaben der US-Streitkräfte kam das System bei einer Such- und Rettungsmission zum Einsatz, nachdem ein Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 Apache nahe der Straße von Hormus abgeschossen worden war, hartpunkt berichtete. Das unbemannte Boot nahm die beiden Besatzungsmitglieder auf und brachte sie zu einem Übergabepunkt, von dem aus sie per Hubschrauber evakuiert wurden. Dabei handelte es sich um den ersten öffentlich bestätigten Such- und Rettungseinsatz eines USV im militärischen Einsatz.

Der Hersteller Saronic Technologies wurde erst 2022 in Austin, im US-Bundesstaat Texas, gegründet und hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der bedeutendsten Unternehmen im Bereich autonomer maritimer Systeme entwickelt. Saronic verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel, eine komplette Familie unbemannter Überwasserfahrzeuge unterschiedlicher Größenklassen zu entwickeln, die auf einer gemeinsamen Softwarearchitektur basieren. Neben der Corsair umfasst das Portfolio kleinere Systeme wie die „Spyglass“ und „Cutlass“ sowie größere Plattformen wie „Mirage“, „Cipher“ und das knapp 45 m lange unbemannte Schiff „Marauder“.

Das schnelle Wachstum des Unternehmens spiegelt sich auch in seiner Finanzierung wider. Im März 2026 schloss Saronic eine Finanzierungsrunde in Höhe von 1,75 Milliarden US-Dollar ab, wodurch die Unternehmensbewertung auf rund 9,25 Milliarden US-Dollar stieg. Parallel investiert das Unternehmen in den Ausbau eigener Produktionskapazitäten und verfolgt das Ziel, autonome Überwasserfahrzeuge in industriellem Maßstab fertigen zu können.

Bereits Ende 2025 erhielt Saronic von der U.S. Navy einen Produktionsauftrag im Wert von 392 Millionen US-Dollar für die Serienfertigung der Corsair. Das Programm markierte den Übergang des Systems von der Erprobungs- in die Einsatzphase. Nach Unternehmensangaben wurde die Plattform zuvor in mehrtägigen Dauererprobungen unter realistischen Einsatzbedingungen getestet, bei denen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig rund um die Uhr autonom operierten.

Kristóf Nagy