Das deutsche Technologie-Start-up Helsing hat heute auf der ILA 2026 in Berlin mit dem KI-gestützten autonomen Flugzeug „CA-1 Electronic Attack“ erstmals sein Konzept für einen unbemannten Escort Jammer vorgestellt, das 2031 einsatzbereit sein soll. Nach Aussage eines Unternehmenssprechers befindet sich das System bereits im Bau.
Die Fähigkeit zum Elektromagnetischem Kampf gilt als Schlüssel, um die gegnerische Luftverteidigung zu überwinden und in der Tiefe des Raumes mit eigenen Flugzeugen wirken zu können. Bei dem CA-1 Electronic Attack (kurz CA-1 EA) handelt es sich nach Angaben von Helsing um eine Erweiterung der im letzten Jahr vorgestellten CA-1 Europa-Plattform, die nunmehr als CA-1KA (Kinetic Attack) bezeichnet wird und genau diese Rolle übernehmen können soll.
Die CA-1KA und die CA-1EA teilen sich Herstellerangaben zufolge das Flugwerk, das Antriebssystem, die Autonomie-Software-Suite und die Bodenkontrollinfrastruktur. „Der zentrale Unterschied zwischen den Flugzeugen liegt in der Nutzlast. Diese standardisierte Bauweise hält Produktions- und Wartungskosten niedrig, vereinfacht die Fertigung und erleichtert die Ausbildung des Bedienpersonals“, heißt es in einer heutigen Mitteilung des Unternehmens. Dieses Konzept soll es Helsing ermöglichen, die CA-1-Plattform „weiter auszubauen, so dass sie flexibel auf die Anforderungen europäischer Luftstreitkräfte ausgerichtet werden kann“.
Die Hauptaufgabe der CA-1 Electronic Attack liegt laut Helsing in der Ortung und Störung feindlicher Luftverteidigungssysteme, damit sichere Korridore für nachfolgende bemannte und unbemannte Flugzeuge geschaffen werden können. In der militärischen Fachsprache werden solche Systeme als Escort Jammer bezeichnet. Escort Jammer, wie beispielsweise die bemannte EA-18G Growler von Boeing, begleiten die zu schützende Mission in einer Luftoperation und müssen sich dabei in die Waffenreichweite gegnerischer Luftverteidigungssysteme begeben.
„Moderne Luftstreitkräfte können auf elektronische Kampfführung nicht verzichten. Helsing arbeitet seit Jahren daran, diese Fähigkeit weiterzuentwickeln. Die CA-1EA ist das Ergebnis: ein unbemanntes System, das in taktischer Reichweite an der Seite der CA-1KA operiert, aber auch flexibel als eigenständige Plattform für den elektronischen Kampf eingesetzt werden kann“, wird Stephanie Lingemann, Vice President Air Domain bei Helsing, in der Mitteilung des Unternehmens zitiert.
Wie Helsing auf Nachfrage von hartpunkt weiter erläutert, ist das System in der Lage SEAD/DEAD-Missionen allein oder im Schwarm zu erfüllen. Die volle Letalität soll im Verbund mit der CA-1KA erreicht werden. Die Electronic Attack-Payload ist vor allem im Rumpf, aber auch verteilt über Struktur, laufend zur Nase platziert.
Die CA-1 Europa-Plattform befindet sich derzeit in der Entwicklung, die Erstflüge für die CA-1KA sind nach Angaben von Helsing für Anfang 2027 geplant. Die Plattform wird von der Helsing-Tochter Grob Aircraft in Süddeutschland entwickelt und gefertigt. Die erste Einsatzbereitschaft (Initial Operating Capability, IOC) für die CA-1KA wird von Seiten Helsings für 2029 angestrebt.
Waldemar Geiger


















