AX2 NG – Loitering Munition mit Jet-Antrieb soll Lücke zwischen Strike-Drohnen und Marschflugkörpern schließen

Waldemar Geiger

Anzeige

Das slowakische Technologieunternehmen AI-DEF Group arbeitet eigenen Angaben zufolge an der Entwicklung der AX2 NG, eines Loitering Munition Systems (LMS) mit Jet-Antrieb. Wie ein Vertreter des Unternehmens gegenüber hartpunkt erklärte, wurden bereits erste Prototypen unter praxisnahen Bedingungen getestet. Der Technologiereifegrad der AX2 NG wird mit 6 bis 7 angegeben.

Aus Sicht des Unternehmens sollen jetbasierte LMS eine Fähigkeitslücke in aktuellen Konfliktszenarien schließen, die eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit und Penetrationsfähigkeit bedarf, als LMS bzw. Strike-Drohnen mit Propellerantrieb liefern können.

Anzeige

Die rund 36 schwere AX2 NG soll dabei eine Einsatzreichweite von bis zu 150 km aufweisen und bis zu 430 km/h schnell sein. Damit dürfte das System rund die dreifache Geschwindigkeit klassischer LMS erreichen, jedoch nur etwa halb so schnell sein wie moderne Marschflugkörper. Im Gegensatz zu Marschflugkörpern soll die AX2 NG jedoch über Loitering-Fähigkeiten verfügen und 20 bis 45 Minuten im Raum „loitern“ können. Zudem kann die AX2 NG nur etwa 4 kg Nutzlast aufnehmen, was die Zielkategorie auf einzelne Punktziele einschränkt.

Anzeige

Gestartet wird der Flächenflügler mit Seiten- und Höhenleitwerk am Heck mittels eines Katapults. Die Startvorbereitungszeit wird mit weniger als fünf Minuten angegeben. Der Stückpreis der AX2 NG soll oberhalb klassischer LMS mit Propellerantrieb liegen, jedoch „signifikant unterhalb“ von Marschflugkörpern liegen.

Der Hersteller gibt an, dass der Fokus der Entwicklung neben der Flugplattform auf einer integrierten Systemarchitektur mit eigener Avionik, KI-gestützter Navigation und Zielverarbeitung sowie resilienten Kommunikationslösungen (inkl. optionaler satellitengestützter Anbindung) liegt. „Ziel ist eine zuverlässige Einsatzfähigkeit auch unter anspruchsvollen Bedingungen, insbesondere in elektronisch gestörten Umgebungen“, erklärte ein Vertreter der AI-DEF Group gegenüber hartpunkt. Die dafür notwenigen technischen und produktionstechnischen Kapazitäten sind seinen Angaben zufolge im Unternehmen vorhanden.

Waldemar Geiger