Auch Belgien beschafft Brückenleger Leguan auf 10×10-Radfahrzeugbasis

Waldemar Geiger

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Nach Dänemark, hartpunkt berichtete, hat sich auch Belgien für die Beschaffung von Brückenlegern des Typs Leguan neuester Generation auf einer 10×10-Radplattform entschieden. Wie KNDS Deutschland in einer heutigen Mitteilung schreibt, wurde das Unternehmen jüngst durch das belgische Verteidigungsministerium mit der Lieferung von acht Leguan-Brückenlegern auf einer 10×10 Radfahrzeugplattform im Wert von etwa 80 Millionen Euro beauftragt. Der Auftrag, bei dem sich KNDS eigenen Angaben nach gegen mehrere Wettbewerber durchsetzen konnte, umfasst zudem die Lieferung von 17 zusätzlichen 26m-Leguan-Brücken sowie ein Logistikpaket und Sonderwerkzeuge.

Auch wenn der genaue Typ der Radplattform aus der Mitteilung nicht hervorgeht, handelt es sich hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge um ein Fahrzeug des tschechischen Herstellers TATRA. Die Panzerschnellbrücke Leguan auf einer TATRA-10×10-Plattform vom Typ Phoenix wurden seitens KNDS Deutschland und TATRA erstmalig auf der Eurosatory 2024 in Paris gezeigt. Das interessante an dem Lkw-Fahrzeug ist die Fähigkeit, alle 10 Räder in die selbe Richtung lenken zu können. Diese Fähigkeit erlaubt es den LKW, selbst in engen Stellen deutliche einfacher zu rangieren. Die Verlegung und Aufnahme der Brücke können aus der geschützten Kabine heraus automatisiert erfolgen.

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Mittels der Panzerschnellbrücke Leguan, die neben der Bundeswehr KNDS zufolge auch noch durch 21 weitere Nationen genutzt wird, kann ein 26 m langer Abschnitt überbrückt werden. Alternativ kann das System zwei 14 m lange Brücken aufnehmen, um auf diese Weise zwei Übergänge für kürzere Abschnitte zu schaffen. Zudem ist eine überlappende Verlegung möglich, damit so größere Hindernisbreiten überwunden werden können.

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Brückenlegesysteme auf Lkw

Das Verlegen von Panzerschnellbrücken wird den Einsatzgrundsätzen entsprechend nur unter Sicherung der Kampftruppe ausgeführt. Daher sind grundsätzlich auch LKW als Brückenlegerlösungen geeignet, selbst wenn diese gegenüber Brückenlegern auf Panzerfahrgestellen deutliche Nachteile bezüglich des Schutzes und der Geländegängigkeit haben. Vorteile gibt es hingegen in den Punkten strategischen Mobilität (Eigenverlegefähigkeit), Kosten (Beschaffung und Nutzung). LKW-Brückenleger können zudem je nach Kundenbedarf auf geschützten oder nicht geschützten LKW-Plattformen realisiert werden.

Unterschiede gibt es zudem beim Verlegen der Brücken. Im Gegensatz zu Brückenlegepanzern werden die Panzerschnellbrücken bei den meisten LKWs über das Heck und nicht die Front verlegt. Dies führt dazu, dass die erkundeten Verlegestellen rückwärts angefahren werden müssen. Je nach Fall kann es weiterhin dazu kommen, dass radbasierte Brückenleger einen größeren Platzbedarf für das Verlegen der Brücke haben, da LKW im Gegensatz zu Kettenfahrzeugen nicht auf der Stelle rangieren können. Darüber hinaus müssen LKW-Lösungen für die Dauer des Verlegeprozesses, begründet durch das deutlich geringere Eigengewicht, abgestützt werden.

Was Verlegezeiten angeht, gibt es bei modernen LKW-Lösungen de facto keine Unterschiede zu den Brückelegepanzern. Dank des hohen Automatisierungsgrades sind Verlegezeiten von weniger als 5 Minuten bei den LKW realisierbar.

Waldemar Geiger