Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat heute in Telford mit der „UK Gun Hall“ offiziell die Fertigung von Großkaliberwaffen in Großbritannien eröffnet. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervor. Die Fertigung soll im Zuge des Produktionshochlaufs bis zu 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze sichern, aktuell sind 35 Angestellte in der Rohrfertigung tätig.
Die „UK Gun Hall“ ist der Mitteilung zufolge Teil einer umfassenderen Investition von Rheinmetall in Höhe von mehr als 200 Millionen Pfund (etwa 238 Millionen Euro) im Vereinigten Königreich in den vergangenen fünf Jahren. Die Investition soll nach Unternehmensangaben das langfristige Engagement in diesem Bereich unterstreichen. Rheinmetall hat das Konzept zügig umgesetzt und eine leer stehende Anlage innerhalb von acht Monaten in eine betriebsbereite Fertigungsstätte verwandelt. Die Produktion von Verschlüssen und Verschlussblöcken begann demnach bereits im Mai, gefolgt von der Rohrfertigung im Juni.
Wie Rheinmetall weiter schreibt, umfassen die Investitionen Technologie- und IP-Entwicklung, Infrastruktur, Personal und die „UK Gun Hall” in Telford. Sie ergänzen dabei die Aktivitäten von Rheinmetall UK bei der Fertigung des Radpanzers Boxer sowie die Beteiligung am Kampfpanzerprogramm Challenger 3 und an zukünftigen Programmen der Landstreitkräfte.
„In der ‚Gun Hall’ werden 120-mm- und 155-mm-Waffensysteme, darunter für den Challenger 3 und für künftige Artillerieplattformen, hergestellt. Die Produktionsanlage wurde konzipiert, um der wachsenden Nachfrage aus Großbritannien, der NATO und auf internationaler Ebene gerecht zu werden. Sie bietet skalierbare Fertigungskapazitäten, die die kollektive Abschreckung stärken, die industrielle Resilienz verbessern und den Beitrag Großbritanniens zur Sicherheit in Europa und der NATO festigen“, schreibt das Unternehmen.
Wie es in der Mitteilung weiter heißt, können auf einer Produktionsfläche von 11.500 m² bei voller Auslastung jährlich insgesamt bis zu 245 Rohre beider Kaliber sowie mehr als 50 Verschlüsse gefertigt werden. Zukünftig beabsichtigt Rheinmetall, auch britischen Stahl von Sheffield Forgemasters in die Produktion einzubeziehen.
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting wird in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: „Großbritannien stellt wieder die Waffen her, die unsere Streitkräfte benötigen, um die Nation gegen unsere Gegner zu verteidigen. Von einem leeren Gelände zur vollen Produktion in acht Monaten – das ist schnelle Reindustrialisierung in der Praxis. Hundert qualifizierte Arbeitsplätze in der Fertigung auf Weltklasseniveau und die Rückkehr der Produktion von großkalibrigen Waffen auf britischem Boden zum ersten Mal seit zwanzig Jahren – so sieht Verteidigung als Wachstumsmotor aus.“
Waldemar Geiger


















