Der ukrainische Militärgeheimdienst GUR hat auf dem vom Dienst selbst betriebenen Portal War&Sanctions sowie seinem Telegram-Kanal Details zum neuen Marschflugkörper des Typs Filin veröffentlicht, der seit Ende des Sommers von den russischen Streitkräften gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt wird. Neben Leistungsdaten wurden auch ein interaktives 3D-Modell sowie Bauteile und eine elektronische Komponentenliste samt Herkunftsliste veröffentlicht.
Dem GUR zufolge wird der Marschflugkörper vom russischen Forschungs- und Produktionsunternehmen NPO Molnija hergestellt. Dem Trend der russischen Rüstungsindustrie folgend, soll es sich beim Filin um einen vom Boden gestarteten, kostengünstigen Flugkörper mit Strahlantrieb handeln, mit dem Ziele in der Tiefe bekämpft werden können.
Wie der Militärgeheimdienst weiter ausführt, verfügt der Flugkörper über einen Rumpf aus Verbundwerkstoff (Kohle- und Glasfaser) mit einer Länge von 3,5 Metern und einer Spannweite von 3 Metern. Einzelne Elemente des Filin sollen mittels 3D-Drucktechnologie hergestellt werden. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 800 km/h liegen, die Reichweite bei bis zu 1.200 km.
Der Flug soll sowohl in extrem niedriger Höhe als auch in bis zu 6 km Höhe erfolgen können. Laut GUR soll es zwei Versionen des Marschflugkörpers geben, eine mit einem 50-kg-Gefechtskopf und eine mit 100 kg. Der Start des Filin erfolgt mithilfe eines Feststoffboosters von einer bodengestützten Abschussrampe.
Auf der Baugruppenebene soll der Flugkörper große Ähnlichkeiten mit dem Flugkörper vom Typ Harpyia aufweisen. Für die Navigation greift der Flugkörper dem GUR zufolge auf ein in China hergestelltes Trägheitsnavigationssystem sowie das 16-Kanal-System „Kometa“ zurück. Die elektronische Komponentenbasis der Bordausrüstung soll der anderer russischer Flugkörper und Drohnen ähneln, zeichnet sich jedoch durch einen höheren Anteil chinesischer Komponenten (hier „nur noch“ 35 amerikanische dafür 22 chinesische) sowie durch die Vereinheitlichung der Lösungen für verschiedene Blöcke und Platinen aus. Der Antrieb ist jedoch russischer Herkunft. Zum Einsatz kommt ein Triebwerk des Typs R500 des russischen Herstellers Рейнольдс (Reynolds).
Waldemar Geiger

















