Planet Labs eröffnet neue Satellitenfertigung in Berlin

Lars Hoffmann

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Die Planet Labs GmbH, der deutsche Ableger des gleichnamigen US-Raumfahrtunternehmens, hat heute offiziell seine neue Satellitenfertigungsanlage in Berlin eröffnet.

Weniger als ein Jahr nach der Ankündigung hat Planet nach eigenen Angaben die Übergabe der Anlage und die Einrichtung der Reinräume abgeschlossen und plant, noch in diesem Herbst mit der Produktion seiner Pelican-Satelliten der 300-kg-Klasse mit einer Auflösung von 30 cm zu beginnen. Der erste Satellit solle noch vor Jahresende fertiggestellt werden, sagte Martin Polak, Geschäftsführer von Planet Labs Deutschland, im Gespräch mit hartpunkt. Dieser Satellit werde dann im kommenden Jahr mit dem vierten Start von Isar Aerospace mit der Spectrum-Trägerrakete in den Orbit gebracht.

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Die Anlage in Berlin soll auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr skaliert werden. Wie Polak erläuterte, ist geplant, perspektivisch rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion einzusetzen, die zu den gegenwärtig 150 Beschäftigten von Planet Labs in Deutschland dazukommen. Gebaut werden die Satelliten für den internationalen Markt. Die zukünftigen Team-Leader der neuen Produktionslinie werden nach Angaben des Geschäftsführers gegenwärtig von US-Kollegen in die Produktion eingeführt.

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Europa benötige einen schnellen, unabhängigen Zugang zu souveränen Weltraumbeobachtungskapazitäten, um sich in einem zunehmend komplexen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich zurechtzufinden, so Polak.

Planet baut nicht nur Satelliten, sondern bietet Ländern überdies souveräne Satellitendienste an und kann diese nach eigenen Angaben zudem schnell in die Umlaufbahn bringen. So erhielt Planet laut Pressemitteilung einen von Deutschland finanzierten Auftrag zur Bereitstellung dezidierter Satellitenkapazitäten zur Unterstützung von Frieden und Sicherheit in Europa, der innerhalb von zwei Monaten nach Vertragsunterzeichnung umgesetzt wurde.

In Schweden wurde der erste souveräne Satellit innerhalb von vier Monaten ins All gebracht, wodurch das Programm um vier Jahre beschleunigt wurde. Nach Aussage von Polak befindet sich der Satellit mittlerweile in schwedischem Eigentum und werde aus Schweden gesteuert.

„Planet hat in 15 Jahren 688 Satelliten gebaut und erfolgreich gestartet und liegt damit weltweit an zweiter Stelle, was die Gesamtzahl der Satelliten angeht – und diese Fertigungskompetenz bringen wir nun hierher“, sagte Will Marshall, Mitbegründer und CEO von Planet.

„Die Investition von Planet in Berlin ist mehr als nur ein Vertrauensbeweis für die Stadt: Sie trägt dazu bei, Europas Bestreben nach einem souveränen Zugang zu weltraumgestützten Informationen in die operative Realität umzusetzen“, so Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Die 5.700 Quadratmeter große Anlage mit mehr als 2.000 Quadratmetern Reinraum werde als Eckpfeiler für den Beitrag von Planet zum technologischen Fortschritt Europas im Weltraum dienen und die wachsende Nachfrage der Region nach lokalen, resilienten Innovationen in der Luft- und Raumfahrt sowie nach Verteidigungslösungen bedienen, schreibt das Unternehmen. Berlin sei seit über 10 Jahren der europäische Standort von Planet und fungiere als wichtiger technischer Knotenpunkt mit einem Missionskontrollzentrum, das die weltweite Flotte von Planet mit Hunderten von Satelliten koordiniere, sowie Abteilungen für Softwareentwicklung, Bildverarbeitung und Qualitätskontrolle.

Neben der Satellitenproduktion wird die neue Anlage von Planet auch andere Unternehmensbereiche beherbergen, darunter Missionsbetrieb, IT, Rechtsabteilung, Marketing, Personalwesen und Vertrieb. Die Satelliten werden an einem Standort gebaut, getestet und ausgeliefert.

Planet verfügt nach eigenen Angaben über eine starke und wachsende Präsenz in Europa, wo 30 Prozent der weltweiten Belegschaft beschäftigt sind. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in Berlin, Haarlem, Ljubljana, Graz und London. Berlin dient Planet als Hauptstandort für seine Geschäftstätigkeit in Europa. Die Bodenstationen von Planet in Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Island empfangen fast 50 Prozent aller weltweiten Satellitendaten.

Die Muttergesellschaft der Planet-Gruppe hat ihren globalen Hauptsitz in San Francisco, USA. Planet ist ein führender Anbieter von globalen, tagesaktuellen Satellitenbildern und Geodatenlösungen. Planet wurde 2010 von drei NASA-Wissenschaftlern gegründet und entwickelt, baut und betreibt nach eigenen Angaben die größte Erdbeobachtungsflotte an Bildsatelliten.

Lars Hoffmann