Satellitenkommunikation: Südkorea und EU wollen Zusammenarbeit bei IRIS² prüfen

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Die Europäische Kommission und die Republik Korea haben in der vergangenen Woche vereinbart, die Zusammenarbeit bei der sicheren Satellitenkommunikation zu vertiefen und eine künftige Integration in die sichere Kommunikationssatellitenkonstellation der EU mit der Bezeichnung IRIS² zu prüfen. Für die Republik Korea könnte dies einer Mitteilung der EU-Kommission zufolge womöglich den Zugang zur Architektur des Programms eröffnen, während die europäische Raumfahrtindustrie von der industriellen Expertise Koreas profitieren könnte.

Die Absichtserklärung wurde von Andrius Kubilius, EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, und Giyoung Jeoung, Vizeminister für das Programm für fortgeschrittene Fähigkeiten der Republik Korea, in Brüssel unterzeichnet.

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Der Vereinbarung zufolge soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die Informationen über bestehende und künftige Programme für sichere Satellitenkommunikation austauschen, gemeinsame Anwendungen und Anwendungsfälle prüfen sowie technische Lösungen für eine Zusammenarbeit auf Systemebene mit IRIS² bewerten soll.

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Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter der Europäischen Kommission, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sowie der südkoreanischen Beschaffungsbehörde für Verteidigungsprogramme (Defense Acquisition Program Administration, DAPA) und der Agency for Defense Development (ADD) an. Hinzu kommen Vertreter weiterer Behörden und nationaler Stellen. Koreanischen Medienberichten zufolge geht es bei einer Zusammenarbeit unter anderem um die Verknüpfung der geplanten koreanischen militärischen LEO-Konstellation mit IRIS², das auch militärische Anteile enthält.

Die erste Phase von IRIS² soll bis Ende 2029 gestartet werden. Im August 2026 wurde mit dem Abschluss der Verhandlungen über die Governance, die technische Ausgestaltung und die Finanzierung des Programms die Systemarchitektur bestätigt und eine Vorauswahl der wichtigsten Lieferanten für das Programm getroffen. Die künftige Konstellation soll 348 Satelliten umfassen, bestehend aus 330 Satelliten im Low Earth Orbit (LEO) und 18 Satelliten in der mittleren Erdumlaufbahn (Medium Earth Orbit; MEO).

IRIS² stehe grundsätzlich der Zusammenarbeit mit Drittstaaten auf Grundlage internationaler Verträge offen, schreibt die EU-Kommission. Solche Verträge wurden bislang mit Norwegen und Island geschlossen. Überdies sei ein Vertrag mit der Ukraine in der Vorbereitung.

Die Bundeswehr plant im Rahmen von SATCOMBw 4 ebenfalls den Aufbau eines LEO-Satellitenkommunikationsnetzes. Beobachter rechnen mit einer Vergabe des Vorhabens, das auf rund 10 Milliarden Euro kalkuliert wird, im kommenden Jahr.
lah