TYTAN Technologies zeigt raketengestützte Abfangdrohne HYPERION für militärische Anwendungsfälle

Waldemar Geiger

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Das Münchener Technologieunternehmen TYTAN Technologies hat im Rahmen der Rüstungsmesse DVD2026 im britischen Millbrook erstmals seine neue, raketengestützte Abfangdrohne „HYPERION“ vorgestellt. Gezeigt wurde eine in das UGV THeMIS von KNDS Deutschland integrierte Variante des Drohnenabwehrsystems mit zehn HYPERION-Abfangdrohnen.

TYTAN Technologies zufolge hat HYPERION in weniger als einem Jahr den Weg vom Konzept bis zum Erstflug zurückgelegt. Ziel ist es, Ende des Jahres mit der Serienproduktion in Deutschland zu beginnen, nachdem das System umfangreichen Tests in aktiven Kampfgebieten unterzogen wurde.

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Wie ein Sprecher von TYTAN Technologies auf Anfrage gegenüber hartpunkt erklärte, handelt es sich bei HYPERION um eine ausgekoppelte Entwicklung aus einem Bundeswehrauftrag zur Entwicklung eines Systems zum Liegenschaftsschutz, den das Unternehmen im Oktober 2025 erhalten hatte, wie hartpunkt berichtete.

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Der Auftrag der Bundeswehr war nach Aussage des Unternehmenssprechers Ausgangspunkt für zwei parallele Entwicklungen: den Abfangflugkörper EOS für den Dual-Use-/zivilen Bereich, entwickelt für den Liegenschaftsschutz und die rein kinetische Bekämpfung von Klein- und Kleinstdrohnen, sowie den Abfangflugkörper HYPERION auf Basis des EOS für den Einsatz im militärischen Bereich. Dieser wurde für den Schutz von Kampftruppen gegen Bedrohungen der NATO-Klassen I und II mittels eines Gefechtskopfes entwickelt. Zudem sollte HYPERION über eine höhere Reichweite, schnellere Reaktionsfähigkeit und eine längere Stehzeit verfügen.

Erreicht wird dies durch die Nutzung eines Raketenboosters, der die eigentliche Abfangdrohne schnell auf große Höhen bringt. Ist die Zielhöhe erreicht, separiert sich HYPERION vom Raketenbooster, der im Anschluss mittels Fallschirm langsam zum Boden gleitet. HYPERION dagegen richtet sich selbst auf die Zielrichtung der aufgeklärten Drohnenbedrohung aus und bekämpft diese automatisiert. Die Wirkung erfolgt mittels eines integrierten Spreng-Splitter-Gefechtskopfes samt Annäherungszünder.

Der gesamte Bekämpfungsvorgang läuft automatisiert ab. Der Bediener entscheidet ausschließlich darüber, ob HYPERION zum Einsatz kommen soll oder nicht.

Schritte im Bekämpfungsvorgang:

  1. Eine feindliche Drohne aus der Zielkategorie wird mittels eines im Einsatz befindlichen Aufklärungssensors – beispielsweise Radar, Optronik oder Akustik – erkannt und an das Drohnenabwehrsystem gemeldet.
  2. Das Drohnenabwehrsystem berechnet anhand des Flugprofils der Zieldrohne autonom einen optimalen Abfangkurs und schlägt dem Nutzer den Einsatz von HYPERION vor.
  3. Einmal gestartet, wird die Abfangdrohne durch den Raketenbooster auf die gewünschte Zielhöhe gebracht und anschließend vom Booster abgetrennt.
  4. HYPERION wird im Anschluss mittels eines Radars an das Ziel herangeführt, bis die Abfangdrohne das Ziel durch ihre eigene Sensorik optisch erfassen kann. Dabei wird der Interceptor durchgehend autonom gesteuert, auch im Zielendanflug. Dafür ist an der Spitze der Drohne ein beweglicher, tag- und nachtfähiger Sensor angebracht.
  5. In der Terminalphase nähert sich HYPERION der Drohnenbedrohung und bekämpft diese mittels der mitgeführten Wirkladung.

Waldemar Geiger