E-HEL – U.S. Army vergibt ersten Produktionsauftrag für Hochenergie-Laserwaffensystem

Kristóf Nagy

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Die U.S. Army hat einer gestrigen Mitteilung zufolge AeroVironment einen Produktionsauftrag für das Hochenergie-Laserwaffensystem Enduring-High Energy Laser (E-HEL) erteilt. Nach Angaben der Army handelt es sich um den ersten Produktionsvertrag des US-Heeres für ein Hochenergie-Laserwaffensystem. AeroVironment beziffert den Wert der Vereinbarung mit 464,8 Millionen US-Dollar (knapp 400 Millionen Euro). Damit soll die Technologie aus der Prototypenphase in die Serienproduktion und schrittweise in die operative Nutzung überführt werden.

Der Auftrag wurde als ein sogenanntes Other Transaction Agreement (OTA) über das Portfolio Acquisition Executive for Fires (PAE Fires) direkt an den Hersteller vergeben. Die genaue Stückzahl der Systeme wurde indes nicht bekannt. AeroVironment soll laut der Mitteilung im Rahmen der Vereinbarung in den kommenden Jahren dennoch dutzende Systeme liefern. Vorgesehen ist der Einsatz gegen unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) der Kategorie 1 bis 3. Damit soll E-HEL ein zusätzliches Wirkmittel innerhalb der gestaffelten US-amerikanischen Flugabwehr gegen Drohnen bereitstellen.

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Für die Hochskalierung der Produktion will AeroVironment nach eigenen Angaben zudem 30 Millionen US-Dollar (25,85 Millionen Euro) in seinen Standort in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico investieren. Neben der Lieferung der Systeme umfasst der Auftrag auch Unterstützungs- und Ausbildungsleistungen.

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Der Produktionsauftrag ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die U.S. Army Hochenergie-Laser damit erstmals in einen regulären Beschaffungsprozess überführt. Bisher standen entsprechende Systeme überwiegend im Zeichen von Forschung, Entwicklung, Demonstration und Prototypenerprobung.

E-HEL soll das von AeroVironment entwickelte LOCUST X3 als Effektor enthalten. Das System verfügt nach Angaben des Unternehmens über eine Laserleistung von 30 kW und ist plattformunabhängig ausgelegt. Die Integration ist unter anderem auf dem geschützten 4×4-Fahrzeug des Typs JLTV (Joint Light Tactical Vehicle) vorgesehen. Darüber hinaus sollen auch palettierte Konfigurationen möglich sein. AeroVironment untersucht zudem eine Integration auf dem ISV-Fahrzeug (Infantry Squad Vehicle) des US-Heeres.

Die E-HEL-Lösung basiert nach Angaben der U.S. Army auf einem sogenannten Modular Open Systems Approach (MOSA). Das System verfügt demnach über elf wesentliche Schnittstellen und soll dadurch nicht auf eine bestimmte Trägerplattform festgelegt sein. Neben mobilen Kampffahrzeugen ist laut Army auch eine Nutzung von festen beziehungsweise semi-stationären Stellungen vorgesehen. Die offene Architektur soll zudem spätere technische Weiterentwicklungen und den Austausch einzelner Komponenten erleichtern.

AeroVironment zufolge waren Tests des LOCUST-Systems auf der White Sands Missile Range ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Produktionsauftrag. Dabei sei das System gemeinsam mit der Joint Interagency Task Force 401 und PAE Fires für Counter-UAS-Einsätze erprobt worden. Mit der Einführung verfolgt die U.S. Army insbesondere das Ziel, eine kostengünstige Wirkmöglichkeit gegen eine große Zahl unbemannter Systeme bereitzustellen. Im Gegensatz zu Flugkörpern benötigt ein Laser keine konventionelle Munition im eigentlichen Sinne. Seine Einsatzdauer beziehungsweise Schussfolge ist vielmehr an die verfügbare elektrische Leistung und die thermische Belastbarkeit des Systems gekoppelt. Die Army verweist deshalb auf niedrige Kosten pro Bekämpfungsvorgang.

Kristóf Nagy