Vector-Aufklärungsdrohne erhält ein KI-gestütztes, autonomes Schutzsystem

Waldemar Geiger

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Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems rüstet die Vector-Aufklärungsdrohnen der ukrainischen Streitkräfte mit einem Ki-gestützten Ausweichmodul aus, um die Überlebensfähigkeit der Systeme gegen feindliche Abfangdrohnen zu erhöhen. Dies erklärte Oleksandr Berezhny, Geschäftsführer von Quantum Systems Ukraine, in einem am 21. Juli veröffentlichten Interview mit dem ukrainischen Fachmedium Militarnyi.

Seiner Aussage zufolge wird die Vector-Aufklärungsdrohne trotz des höheren Systempreises und der zunehmenden Gefahr russischer Abfangdrohnen weiter durch die ukrainischen Streitkräfte beschafft. Wohl auch weiterhin mit der finanziellen Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland. Zudem werden die in Nutzung befindlichen Systeme mit neuen Akkus und einem Ausweichmodul ausgestattet, um die Einsatzzeit und die Überlebensfähigkeit zu erhöhen.

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„Die Systemarchitektur ist so ausgelegt, dass das Fluggerät tatsächlich mit nur einem Triebwerk fliegen kann. Natürlich ergeben sich dabei gewisse Schwierigkeiten bei der Landung der Drohne, aber wir bieten während des gesamten Prozesses und der Reparatur umfassende Unterstützung. Dies ist unter anderem dank unseres Reparatur- und Servicevertrags möglich. Wir arbeiten mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium an der Verlängerung dieser Verträge. Dies ist die Position des Unternehmens und der Bundesregierung“, wird Berezhny in dem Beitrag zitiert. „Wir sehen, wie die Streitkräfte weiterhin aktiv für unsere Systeme stimmen und dafür elektronische Punkte ausgeben, wir sehen, dass die Beschaffungsbehörde des Verteidigungsministeriums weiterhin Aufträge vergibt. Das heißt, es besteht nach wie vor Bedarf an qualitativ besseren Drohnen und Nutzlasten“, erklärte Berezhnyi weiter.

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Auf Nachfrage von hartpunkt erläutere Quantum Systems die Funktionsweise des Ausweichmoduls und den wachsenden Bedarf für solche Systeme. „Das Einsatzumfeld verändert sich rasant, und FPV-Abfangdrohnen sind zu einer der größten Bedrohungen für Aufklärungs-UAVs im Einsatz in der Ukraine geworden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, erweitern wir die Vector-Plattform kontinuierlich um neue Funktionen, die darauf ausgelegt sind, die Überlebensfähigkeit der Fluggeräte in umkämpften Umgebungen zu verbessern“, erklärte das Unternehmen gegenüber hartpunkt.

Eine dieser Funktionen sei „Counter-UAS“ – ein KI-gestütztes, autonomes Schutzsystem, das es dem Fluggerät ermöglichen soll, eine sich nähernde Abfangdrohne zu erkennen und mittels automatisch eingeleiteter Flugmanöver auszuweichen. „Unser Ziel ist klar: die kognitive Belastung des Bedieners zu verringern, damit er sich auf seine Hauptaufgabe konzentrieren kann – die zeitnahe und zuverlässige Aufklärung“, so das Unternehmen.

Nach Angaben von Quantum Systems kombiniert die Lösung eine nach hinten gerichtete Wärmebildkamera mit integrierten KI-Algorithmen, die in der Lage sind, sich von hinten nähernde Abfangdrohnen sowohl bei Tag als auch bei Nacht zu erkennen. Der Thermalsensor soll sicherstellen, dass die Funktionalität des Systems rund um die Uhr effektiv bleibt. Der Drohnenhersteller sieht darin eine wesentliche Voraussetzung, da eigenen Angaben nach etwa 50 Prozent der Vector-Einsätze im Nachtbetrieb durchgeführt werden. „Sobald eine Bedrohung identifiziert wird, leitet das System autonom ein Ausweichmanöver ein, ohne dass ein Eingreifen des Piloten erforderlich ist. Durch die Automatisierung der Reaktion minimiert das System die Reaktionszeit und sorgt dafür, dass der Bediener seine Aufmerksamkeit auf missionskritische Aufgaben richten kann“, erklärt Quantum Systems.

Weiterhin wird darauf verwiesen, dass Counter-UAS keine statische, sondern eine sich weiterentwickelnde Fähigkeit sei. Obwohl die Lösung bereits operativ im Einsatz ist, entwickelt der Hersteller das System eigenen Angaben zufolge in enger Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften an vorderster Front weiter.Jede Weiterentwicklung basiert auf praktischen Einsatzerfahrungen und direktem Nutzer-Feedback, wodurch sichergestellt wird, dass Verbesserungen den tatsächlichen Anforderungen auf dem Gefechtsfeld entsprechen und nicht auf Laborannahmen beruhen“, führt der Drohnenhersteller weiter aus.

Quantum Systems verweist jedoch explizit darauf, dass das Ausweichmodul keine Allheillösung gegen Abfangdrohnen darstellt. „Counter-UAS wurde entwickelt, um die Überlebensfähigkeit zu verbessern – nicht, um Risiken vollständig auszuschließen. Keine einzelne Technologie kann Schutz vor jedem Abfangversuch garantieren. Wirksame Überlebensfähigkeit wird durch eine Kombination aus intelligenter Bedrohungserkennung, autonomer Reaktion, widerstandsfähiger Flugkörperarchitektur und kontinuierlicher Produktweiterentwicklung erreicht“, begründet das Unternehmen seine Aussage.

Dennoch verfolgt der Drohnenhersteller das Ziel, zunehmend widerstandsfähige Aufklärungsplattformen zu entwickeln, die sich an ein sich ständig veränderndes Schlachtfeld anpassen können. Die aktuelle Ausprägung der Counter-UAS-Fähigkeit stellt dabei nach Ansicht des Unternehmens „einen wichtigen Meilenstein auf diesem Weg dar und ist nur der Anfang einer umfassenderen Roadmap, deren Schwerpunkt auf der Verbesserung der Überlebensfähigkeit von Fluggeräten durch kontinuierliche Innovation und operatives Feedback liegt“.

Waldemar Geiger