Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Bereich der mobilen Sanitätseinrichtungen einen bedeutenden Vertriebserfolg in Nordafrika erzielt. Wie das Unternehmen mitteilt, hat die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme GmbH im vergangenen Juni mit dem Königreich Marokko einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt sieben hochmobilen Feldhospitälern abgeschlossen. Insgesamt gehe ein Feldhospital an das marokkanische Verteidigungsministerium, während weitere sechs Systeme für das Innenministerium bestimmt seien.
Der Auftragswert liegt laut Mitteilung im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Auslieferung sei für die Jahre 2027 bis 2028 geplant. Die Abwicklung und Lieferung der Systeme erfolge über einen lokalen Medizingeräte-Distributor.
Die Systeme zeichnen sich nach Angaben von Rheinmetall durch ihre extreme Mobilität aus: Im aufgesetzten Zustand sind sie vollständig Lkw-gestützt und können im abgesetzten Betrieb flexibel durch militärische Zelte erweitert werden.
Die technologische Basis für diesen Auftrag bilden die von Rheinmetall Mobile Systeme GmbH entwickelten, hochmobilen Hospitäler, die bereits für die ukrainischen Streitkräfte im Einsatz sind. Diese wurden speziell für extreme militärische Umweltanforderungen und hohe Transportbelastungen ausgelegt, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
Das Herzstück der marokkanischen Feldhospitäler bildet der sogenannte Operations-Block (OP-Block), der autarke Funktionseinheiten wie einen modernen Operationssaal, Intensivstation sowie Sterilisation umfasse.
Diese Einheiten sind laut Hersteller als erweiterbare Shelter (Spezialcontainer) mit Auszügen konzipiert, die im aufgebauten Zustand ein voll funktionales medizinisches Behandlungszentrum mit extrem kurzen Auf- und Abbauzeiten bilden. Um dieses Kernzentrum herum schließt sich sowohl die Patientenunterbringung wie auch weitere Standardmodule wie Röntgenstation, Apotheke, oder Labor an. Facharztbereiche wie Augenklinik, Zahnarzt, HNO und auch ein CT vervollständigen das Hospital.
Für den autarken Betrieb im Feld sowie im urbanen Raum sein die Systeme über einen definierten Zeitraum komplett unabhängig und verfügen über eine eigene Strom-, Wasser- und Sauerstoffversorgung, schreibt Rheinmetall. Militärische Unterkünfte und Sanitäreinheiten komplettieren den umfassenden Lieferumfang.
Armin Krenn, Geschäftsführer der Rheinmetall Mobile Systeme GmbH, wird mit der Aussage zitiert: „Wir freuen uns sehr über diesen Folgeauftrag für unsere Feldhospitäler und die damit verbundene Zusammenarbeit im nordafrikanischen Raum. Unsere Systeme retten nicht nur Leben in militärischen Konflikten, sondern tragen auch entscheidend zur Aufrechterhaltung der Akutversorgung bei Ausfällen von örtlichen und stationären Krankenhäusern bei.“
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