The Good, the Bad and the Ugly: Der Defence Investment Plan und die British Army

Sam Cranny-Evans

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Der lang erwartete „Defence Investment Plan“ (DIP) Großbritanniens sieht Verteidigungsausgaben in Höhe von 298 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 348 Milliarden Euro) in den nächsten zehn Jahren vor. Für die British Army umfasst diese Summe jedoch größtenteils bereits festgelegte Programme, darunter Verträge, die vor über einem Jahrzehnt unterzeichnet wurden. Insgesamt scheint der DIP für das Heer Vorteile zu bieten, doch die positiven Aspekte könnten leicht von den negativen übertrumpft werden, wenn diese nicht angegangen werden.

The Good: ASGARD und RAPSTONE

Zwei Vorhaben stechen als wirklich ermutigend hervor: eine Aufstockung um 50 Millionen Pfund (umgerechnet rund 58 Millionen Euro) für das Projekt RAPSTONE und 370 Millionen Pfund (umgerechnet rund 432 Millionen Euro) für das Projekt ASGARD. Beide haben in den vergangenen zwei Jahren einen Großteil der Innovationen im Heer vorangetrieben, und der Generalstabschef berichtet, dass sie echte Ergebnisse liefern.

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ASGARD begann als Experiment, bei dem Sensoren mit Langstreckenwaffen verbunden wurden, um die Zielerfassungszyklen zu beschleunigen. Nach ersten Tests im Jahr 2025 wurde es rasch auf Brigadeebene ausgeweitet und ist nun auf dem besten Weg, das Führungs- und Kontrollsystem für das Allied Rapid Reaction Corps zu werden. Nach Angaben des britischen Generalstabschefs kann es die Anzahl der Ziele, die ein Korpshauptquartier pro Tag angreifen kann, von 24 auf 240 erhöhen – vorausgesetzt, es steht die entsprechende Munition zur Verfügung, um sie zu bekämpfen. Die ASGARD zugrunde liegenden Systeme befinden sich noch im Versuchsstadium und wurden noch nicht vollständig beschafft; daher sollen die 370 Millionen Pfund (umgerechnet rund 432 Millionen Euro) eine einsatzfähige Version finanzieren. Wenn es die versprochenen Leistungen erbringt, könnte es das britische Heer zu einer wirklich schlagkräftigen Streitmacht innerhalb der NATO werden lassen.

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RAPSTONE hingegen nutzt die Erfahrungen aus der Unterstützung der Ukraine – schnelle Beschaffung und dezentrale Entscheidungsfindung – und hat bereits Tausende von Drohnen sowie neue Software und unbemannte Bodenfahrzeuge bereitgestellt. Der Generalstab bezeichnet es als „den unternehmerischen Motor im Herzen der Transformation des Heeres“. Die zusätzlichen 50 Millionen Pfund (umgerechnet rund 58 Millionen Euro) werden weitere Experimente an der Basis finanzieren, und das Projekt gilt aufgrund seiner Beschaffungsgeschwindigkeit bereits als wertvoll für das Verteidigungsministerium.

The Bad: risikoreiche Wetten auf unbemannte Systeme

Die Army setzt darauf, dass unbemannte Systeme bemannte Plattformen angemessen ersetzen können – am deutlichsten sichtbar durch das Projekt NYX, bei dem „Loyal-Wingman“-Hubschrauber mit der AH-64E-Apache-Flotte gekoppelt werden, während der Wildcat-Hubschrauber aus Gründen der Überlebensfähigkeit vorzeitig ausgemustert wird. Dabei treten drei Probleme besonders hervor.

Erstens: Wenn der „Wildcat“ nicht überlebensfähig ist, gibt es keinen klaren Grund, warum ein unbemannter Hubschrauber es sein sollte – Überlebensfähigkeit hängt von der Ausfallsicherheit der Kommunikation, der Navigation und der Geschwindigkeit ab, nicht vom Wegfall des Piloten. Das schwierigere Problem ist die Sicherung der ISTAR-Pipeline gegen einen Gegner, der zurückschlägt – etwas, womit Russland echte Erfahrung im Kampf hat. Das ist ein doktrinäres und taktisches Problem, nicht nur ein technologisches.

Zweitens besteht ein echtes programmatisches Risiko. BAE Systems, Anduril, Tekever und Thales wurden zwar in die engere Auswahl genommen, doch die Kombination eines bemannten Hubschraubers mit einem autonomen Flügelmann ist weitgehend Neuland – selbst die US-Luftwaffe arbeitet erst jetzt daran, dies für schnell fliegende Jets umzusetzen, was eine ganz andere Problemstellung darstellt. Eine Sprachsteuerung für Piloten erscheint angesichts der bereits mit dem Fliegen verbundenen kognitiven Belastung wahrscheinlich, doch das bringt weitere Unsicherheiten mit sich. Die für NYX bereitgestellten 220 Millionen Pfund (umgerechnet rund 257 Millionen Euro) erscheinen angesichts des Ausmaßes der Herausforderung eher gering.

Drittens leistet die British Army weit mehr als nur die Führung großer Kriege – die meisten ihrer Einsätze in den letzten 80 Jahren erfolgten gegen Gegner unterhalb der Ebene eines gleichwertigen Gegners oder in friedensunterstützenden Rollen, und mehr britische Soldaten sind durch Aufständische und Terroristen ums Leben gekommen als durch konventionelle Armeen. Auf den Falklandinseln und in Afghanistan verursachte der Mangel an Hubschraubern echte Probleme. Die vorzeitige Ausmusterung der Wildcat und von Teilen der Chinook-Flotte führt zum Verlust von Fähigkeiten – wie der Evakuierung von Verwundeten –, die eine kleine Aufklärungsdrohne einfach nicht ersetzen kann.

Keines dieser drei Probleme ist für sich genommen fatal. Aber sie geben Anlass zu ernsthafteren Bedenken.

The Ugly: enttäuschende Zahlen bei der Munition

Die Munition ist der schwächste Punkt des DIP. Die Zusage in Höhe von 11,1 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 13 Milliarden Euro) umfasst neue Marschflugkörper und Einweg-Angriffsdrohnen, doch die Summen erscheinen angesichts des Szenarios, auf das sich der Plan angeblich vorbereitet, dürftig.

Die mit 6,4 Milliarden Pfund veranschlagte Position „weitere Munition“ umfasst vermutlich Artilleriemunition fürs Heer. Zu Preisen von 2023 (etwa 6.000 Pfund pro 155-mm-Geschoss) könnte man mit dieser Summe theoretisch rund eine Million Geschosse kaufen – was vielversprechend wäre, wenn sich diese Summe nicht auf alle Teilstreitkräfte und Munitionstypen verteilen würde, darunter wahrscheinlich auch hochmoderne Flugabwehrraketen für den Typ 45 und Sky Sabre.

Ein nützlicher Vergleich: Schätzungen zufolge haben die USA allein während der Operation „Epic Fury“ 26,1 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 19,8 Milliarden Pfund oder 23,1 Milliarden Euro) für Munition ausgegeben – reiner Verbrauch, keine Entwicklung. Der DIP soll hingegen erschöpfte Bestände wieder auffüllen und gleichzeitig Entwicklungs- und Integrationsarbeiten an „Stratus“ und „Deep Precision Strike“ im Umfang von rund 2 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,33 Milliarden Euro) finanzieren.

Es gibt Lichtblicke – 400 Millionen Pfund (umgerechnet rund 467 Millionen Euro) für Einwegdrohnen (einschließlich der Aufstockung für RAPSTONE) und 190 Millionen Pfund für die Precision Strike Missile (PrSM) –, doch Drohnenbestände laufen Gefahr, in einer Weise zu veralten, wie es bei eingelagerten Artilleriegeschossen nicht der Fall ist, und die PrSM-Summe reicht wahrscheinlich nur für eine Handvoll Raketen. Der Plan verweist zudem auf sechs neue Munitionsfabriken, die erstmals im Rahmen der „Strategic Defence Review“ zugesagt wurden und von Rheinmetall statt von der Regierung finanziert werden – im Austausch gegen garantierte Aufträge –, was die Frage aufwirft, inwieweit das Verteidigungsministerium seine eigenen Mittel für Munition strecken muss, um ähnliche Vereinbarungen zu sichern.

Das Fazit

Die Geschichte – die Ukraine, der Nahe Osten und fast jeder Konflikt seit 1990 – zeigt, dass Regierungen den Bedarf an Waffen regelmäßig unterschätzen und dass widerstandsfähige Gegner enorme Schläge verkraften können. Mehr Munition ist fast immer besser, insbesondere angesichts einer so akuten Bedrohung, wie sie Russland derzeit darstellt.

Ohne angemessene Vorräte lassen sich die Vorteile von ASGARD und RAPSTONE nicht realisieren – es erscheint wenig sinnvol, täglich 240 Ziele aufzuklären, wenn man über keine Mittel verfügt, um diese auch bekämpfen zu können. Und ohne die durch eine echte Magazintiefe garantierte Handlungsfreiheit läuft die British Army Gefahr, in jedem zukünftigen Krieg vor schwierigen Entscheidungen zu stehen und zusehen zu müssen, wie begrenzte Bestände bei begrenztem Einsatz zurückgehen.

Autor: Sam Cranny-Evans. Der Beitrag erschien erstmalig am 02.07.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Calibre Defence.