Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris hat der deutsche Lkw-Hersteller Daimler Truck gemeinsam mit mehreren Partnern – darunter Helsing, Quantum Systems und Valhalla Turrets – verschiedene Lösungen für die Nutzung von Lkws als Plattform für die mobile Drohnenkriegsführung sowie für die Lkw-gestützte Drohnen- und Flugabwehr präsentiert.
Zusammen mit Helsing wurde eine Lkw-gestützte Einsatzplattform für HX-2-Strike-Drohnen auf dem 4×4-Zetros 2048A vorgestellt. Ausgestattet mit einem verwindungsfreien 10-Fuß-Containerrahmen und der fernbedienbaren Waffenstation SARP des türkischen Herstellers Aselsan dient das hoch geländegängige Fahrzeug als Plattform für die von Helsing entwickelte „LMS Multi-Launch Study“. Integriert in einem 10-Fuß-Container ist das System in der Lage, in kürzester Zeit bis zu 6 Loitering-Munition-Systeme des Typs HX-2 zum Einsatz zu bringen und damit Ziele in bis zu 100 km Entfernung zu bekämpfen.
Der Zetros 2648A 6×6, der per Twistlocks sowohl 10- als auch 15-Fuß-Container aufnehmen kann, fungierte als Träger von drei Drone Ports des Herstellers Quantum Systems. Jeder Drone Port ist in der Lage, eine Twister-Aufklärungsdrohne mitzuführen und diese auch während der Fahrt starten und landen zu lassen.
Mit dem slowenischen Turmhersteller Valhalla Turrets wurde zudem eine hochmobile Lösung für die Flug- und Drohnenabwehr auf Basis einer 8×8-Variante des Zetros vorgestellt. Daimler Truck beschreibt den Zetros 3848A 8×8 als eine „schwere, hochgeländegängige Plattform mit gelenkter Hinterachse für die Integration komplexer Missionssysteme“. Das Fahrzeug ist mit einem 20-Fuß-Containerrahmen ausgestattet, hat eine zulässige Gesamtmasse von 38 t und wird von einem 12,8-Liter-Dieselmotor mit 358 kW Leistung angetrieben.
Auf die Fahrerkabine des 8×8-Zetros wurde eine fernbedienbare Waffenstation des Typs LOKI 7.62 (Valhalla) integriert. Die Ladefläche des Lkw trägt hingegen das von Valhalla Turrets entwickelte Flugabwehrsysteme SKYTHUNDER 300 mit einer Hunter-Killer-Fähigkeit. Das System ist vollstabilisiert und kann mehrere unterschiedliche Effektoren gegen Flugziele zum Einsatz bringen. Als Primärbewaffnung dient die Maschinenkanone NG MK44S Bushmaster im Kaliber 30 x 173 mm, mit der Herstellerangaben zufolge größere Drohnen auf eine Entfernung von bis zu 2.500 m bekämpft werden können. Der Munitionsvorrat wird mit 400 Schuss angegeben, es steht dafür auch eine Air-Burst-Munition zur Verfügung. Valhalla gibt den Richtbereich der Maschinenkanone mit +80° / -10° horizontal und 360° vertikal an. Die Richtgeschwindigkeit soll 75° pro Sekunde betragen. Neben einer elektrooptischen Sensorsuite sorgen drei Radarpaneele Spexer 2000 für eine 360 Grad Aufklärungsfähigkeit.
Als Sekundäreffektor fungiert die Dillon M134D Minigun im Kaliber 7.62 x 51 mm. Mit einem 1.000-Schuss-Munitionsvorrat kann die unabhängig vom Hauptturm einsetzbare Waffe kleine Drohnen in bis zu 1.000 m Entfernung bekämpfen.
In den zwei am Turm befestigten LAND-LGR4-Rocketpods von Arnold Defense können zudem bis zu acht lasergelenkte 70mm-Raketen mitgeführt werden. Valhalla zufolge können damit größere Flugziele in bis zu 6.000 m Entfernung bekämpft werden. Der Hersteller gibt zudem an, dass auch andere Flugkörper integriert werden können. Aufgelistet sind Launcher für den DefendAir sowie die Mistral von MBDA sowie ein Raketenpod von Thales.
Waldemar Geiger


















