Die PSM Projekt System & Management GmbH, ein 50:50-Joint-Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall, zeigt mit dem „MBT Vision 2032“ auf der Eurosatory 2026 in Paris ein Konzept für einen Nachfolger des Kampfpanzers Leopard 2. Die Zahl 2032 deutet dem Vernehmen nach auf eine potenzielle erste Einsatzbereitschaft (Initial Operating Capability, IOC) des Systems im Jahr 2032 hin.
Wie hartpunkt im März berichtete, beabsichtigt die Bundeswehr mit dem Vorhaben „Kampfpanzer neue Generation“ einen modernen Kampfpanzer zu beschaffen, mit dem die Zeit bis zur Einführung des Main Ground Combat Systems (MGCS) überbrückt werden soll. In Fachkreisen gilt es als ausgemacht, dass die Entwicklung des Systems zu gleichen Anteilen durch Rheinmetall und KNDS Deutschland, abgewickelt über die PSM, erfolgen wird.
Das in Paris ausgestellte Messemodell des MBT Vision 2032 zeigt bereits in groben Zügen, wie das zukünftige Schlachtross der deutschen Panzertruppe aussehen könnte. PSM zufolge wird der Kampfpanzer über eine aus drei Personen bestehende Besatzung – Kommandant, Kraftfahrer und Richtschütze – verfügen, die in einer geschützten Wanne Platz findet. Der mit einer 130mm-Waffenanlage ausgestattete unbemannte Turm wird zudem über einen Autolader verfügen. Turmdesign und Waffenlagerung erinnern sehr stark an den von KNDS Deutschland 2024 vorgestellten Leopard 2 A-RC 3.0. Bei der Wanne soll es sich nach Angaben von PSM jedoch um eine Neuentwicklung handeln. Diese wird hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge von Rheinmetall entwickelt.
Wie PSM zudem angibt, wird der neue Kampfpanzer im Vergleich zu aktuell in Nutzung befindlichen Systemen bei weniger Gewicht über ein höheres Schutzniveau verfügen. Zudem wird ein neues Schutzkonzept angekündigt, das auch über eine Drohnenabwehrfähigkeit verfügt. Auf dem Messemodell ist ein abstandsaktives Schutzsystem sowie eine fernbedienbare Waffenstation angedeutet, die dem Vernehmen nach, einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Panzers vor Drohnenangriffen leisten sollen.
Weitere Merkmale sind ein nicht weiter ausgeführtes 360-Grad-Advanced-Situational-Awareness-System und ein neuentwickeltes Powerpack. Hier dürfte es sich um das „KNDS Powerpack IMPROVED“ bzw. „OLYMP“ handeln, mit einem neuen, bisher unbekannten Motor von Liebherr und einem modifizierten HSWL 354 Getriebe von RENK, hartpunkt berichtete.
Interessant ist zudem der PSM-Claim „German DNA & Built in Europe“. Die Aussage könnte dahingehend verstanden werden, dass der MBT Vision 2032 den Leopard 2 nicht nur in der Bundeswehr beerben soll. Über das EDF-Projekt MARTE (Main ARmoured Tank of Europe) haben sich rund ein Dutzend EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen bereits auf einen generellen Forderungskatalog an einen zukünftigen Kampfpanzer geeinigt, welcher dem Vernehmen nach eine große Deckungsgleichheit mit der Forderung der Bundeswehr an den Kampfpanzer neue Generation aufweist. Der MBT Vision 2032 könnte daher auch als ein visualisiertes Konzept für einen MARTE-Panzer verstanden werden.
Waldemar Geiger

















