Die beiden Unternehmen Rheinmetall und ICEYE wollen über ihr Gemeinschaftsunternehmen, die Rheinmetall ICEYE Space Solutions GmbH, weltraumgestützte Aufklärungsfähigkeiten für Deutschland aufbauen und dabei die deutschen New-Space-Unternehmen Reflex Aerospace, OroraTech, ConstellR und LiveEO einbinden.
Rheinmetall und ICEYE präsentierten die neue Partnerschaft am Mittwoch im Rahmen einer Presseveranstaltung auf der ILA 2026 in Berlin. Nach Aussage von Rafał Modrzewski, Mitbegründer und CEO von ICEYE, steht sein Unternehmen für Verlässlichkeit und Geschwindigkeit. So habe es von der Vertragsunterzeichung mit dem polnischen Kunden bis zur Übergabe des ersten Satelliten an ihn lediglich zwölf Monate gedauert, so Modrzewski.
Auch Rheinmetall-CEO Armin Papperger betonte die Bedeutung von Geschwindigkeit bei den Weltraumprojekten und kündigte eine schnelle Lieferung im Fall einer Bestellung an. Europa wolle unabhängiger bei Satellitenaufklärung werden, das gelte auch für Deutschland, sagte er. Es gehe darum, bestehende Fähigkeiten so zu vernetzen, dass eine domänenübergreifende operative Entscheidungsfindung ermöglicht werde. Rheinmetall ICEYE Space Solutions integriere diese in eine operative Architektur, so Papperger.
Offenkundig positionieren sich die Unternehmen mit ihrer Partnerschaftsvereinbarung unter anderem für das Projekt SPOCK 2 der Bundeswehr, bei dem es um Aufklärung und Feuerleitung aus dem All geht. Durch den Zusammenschluss werden nicht nur die Fähigkeiten der Start-ups integriert, sondern es wird auch auf deren Forderungen eingegangen. So hatten vor einigen Wochen eine Reihe von deutschen New-Space-Playern in einem offenen Brief die Einbindung in die Multi-Milliarden-Weltraumprojekte der Bundeswehr gefordert, was auf Resonanz im Bundestag gestoßen war.
Nach Angaben des Düsseldorfer Konzerns integriert Rheinmetall ICEYE Space Solutions erstmals Schlüsselkompetenzen des deutschen New-Space- und Verteidigungsökosystems in eine einheitliche, durchgängige Architektur für weltraumgestützte Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung (ISR). Diese Partnerschaft erschließe daher unmittelbar eine multimodale Erdbeobachtungsfähigkeit.
Durch die Integration von Sensorik, Analytik, Führungsunterstützung und operativer Wirkung über die Domänen Weltraum, Luft, Land, See und Cyber hinweg werde weltraumgestützte Aufklärung dort nutzbar gemacht, wo Entscheidungen getroffen werden, so Rheinmetall.
Das Ziel besteht den Angaben zufolge nicht darin, isolierte Einheiten zu schaffen, sondern eine offene, widerstandsfähige, erweiterbare und langfristig souveräne ISR-Plattform aufzubauen. Rheinmetall-Chef Papperger betonte, dass man offen für die Beteiligung weiterer europäischer Partner sei.
Wie ICEYE-Gründer Modrzewski im Gespräch mit hartpunkt erläuterte, hat sein Unternehmen neben Deutschland bereits Finnland, Polen, die Niederlande, Griechenland und Portugal als Kunden für seine Satelliten gewonnen. Diese seien alle interoperabel. Wenn es gewünscht sei, könnten diese in einem alliierten Netzwerk verbunden werden.
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