Die beiden deutschen Technologieunternehmen Rohde & Schwarz und Trumpf zeigen im Rahmen der ILA 2026 in Berlin erstmals das für die Drohnenabwehr konzipierte Laserwaffensystem THORIS LCS. Dabei handelt es sich um eine End-to-End-Lösung zur Abwehr von Drohnen, die feindliche Drohnen erkennen, verfolgen und bekämpfen machen kann, um so einen modularen, effektorunabhängigen Schutz für mobile und stationäre Einsätze zu bieten. Das auf einem Fahrzeug integrierte System, welches auf der ILA in Form eines Mock-ups gezeigt wird, soll in der Lage sein eine Reihe von Drohnen zu erkennen, diese innerhalb von Millisekunden zu erfassen und präzise Laserimpulse abzugeben, die jede Drohne außer Gefecht setzen.
Die Markteinführung des vollständig integrierten Fahrzeugsystems THORIS LCS ist einer Mitteilung von Rohde & Schwarz zufolge für Ende 2028 geplant, wobei auf dem Weg zur Einsatzreife Demonstrationsfahrzeuge und schrittweise Validierungsmaßnahmen zur Verfügung stehen werden.
Die beiden Unternehmen haben bereits im Oktober 2025 angekündigt gemeinsam binnen drei Jahren eine Laserwaffe zur Drohnenabwehr zu einem serienreifen Produkt entwickeln zu wollen, hartpunkt berichtete. Auf der ILA wird mit THORIS LCS nun weitere Details bekanntgegeben.
THORIS steht für Tactical High-Energy Opponent Response & Interception System, LCS für Laser Combat System. Wie Rohde & Schwarz in einer Mitteilung schreibt, basiert THORIS auf einer mehrschichtigen Multisensor-Suite und kombiniert die HF-Erkennung ferngesteuerter Drohnen mit Radar- sowie EO/IR-Sensoren, die Ziele auch dann bestätigen, verfolgen und identifizieren, wenn die HF-Signale schwach sind oder ganz fehlen. Dem Unternehmen zufolge werden die Erkennungs-, Verfolgungs- und Wirkungsmodule in einer einheitlichen Führungs- und Kontrollumgebung (C2) koordiniert, die ein hochauflösendes Lagebild liefert, die menschliche Aufsicht gewährleistet und die Einhaltung von Einsatzregeln und rechtlichen Rahmenbedingungen sicherstellt. Störlösungen von Rohde & Schwarz sind zudem in der Lage, ferngesteuerte feindliche Drohnen zu stören, sofern dies operativ und rechtlich zulässig ist.
Wenn Störmaßnahmen unwirksam oder verboten sind, soll das System den Angaben des Herstellers zufolge zum Lasereffektor wechseln und die Drohne mittels gerichteter Energie bekämpfen. Das LCS-Modul setzt dabei einen von TRUMPF entwickelten Laser ein, der steuerbare Hochleistungsimpulse abgibt, um die Steuerelektronik oder den Antrieb eines UAS ohne kinetischen Aufprall außer Gefecht zu setzen.
Waldemar Geiger

















