Der europäische Landsystemkonzern KNDS N.V. hat im Jahr 2025 ein starkes Umsatzwachstum von 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr und einen Rekordauftragseingang von 13,5 Milliarden Euro erzielt. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Produktion in allen Segmenten hochgefahren worden.
Land Systems Germany erzielte demnach einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz von Land Systems France erreichte 1,3 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Munition des Unternehmens belief sich den Angaben zufolge auf 612 Millionen Euro, was einem Anstieg von 24,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Der Auftragsbestand stieg laut KNDS-Mitteilung deutlich auf 33,1 Milliarden Euro, gegenüber 23,5 Milliarden Euro zum Jahresende 2024, mit einem Rekordauftragseingang von 13,5 Milliarden Euro.
Dies sorge für eine starke langfristige Umsatzprognose und belege die anhaltend starke Marktnachfrage nach den Schlüsselsystemen des Unternehmens in allen Produktsegmenten, schreibt KNDS.
Das Unternehmen, das sich im Besitz des französischen Staates und deutscher Eigentümerfamilien befindet, will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, plant die Bundesregierung 40 Prozent der Anteile an KNDS zu übernehmen. Der Anteil soll über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren wieder auf 30 Prozent verringert werden. Die Arbeiten für den Börsengang mit einer Doppelnotierung in Paris und Frankfurt innerhalb des Unternehmens schreiten voran und liegen weiterhin voll im ursprünglichen Zeitplan, wie KNDS schreibt.
Angesichts des strukturellen Wandels im geopolitischen Umfeld und der anhaltenden Aufstockung der Verteidigungshaushalte in Europa und der NATO nach den jüngsten Konflikten beliefere KNDS mittlerweile mehr als 40 Streitkräfte weltweit, schreibt das Unternehmen.
KNDS konnte seine Rentabilität nach eigenen Angaben im Jahr 2025 weiter verbessern: Das EBIT erreichte demnach 661 Millionen Euro (15,0 Prozent des Umsatzes) gegenüber 500 Millionen Euro (13,2 Prozent des Umsatzes) im Jahr 2024.
Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte KNDS den Angaben zufolge rund 11.000 Mitarbeiter – ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber 2024. Das Unternehmen plant, auch 2026 weitere Mitarbeiter einzustellen, um den laufenden Produktionsausbau zu unterstützen. Zudem sind erhebliche Investitionen in die Fertigungs- und Montagekapazitäten sowie in Forschung und Entwicklung vorgesehen.
Jean-Paul Alary, Vorstandsvorsitzender von KNDS, wird mit der Aussage zitiert: „Als Architekt integrierter Landverteidigungslösungen spielt KNDS eine zentrale Rolle bei der Konzeption und Koordination von System-of-Systems-Fähigkeiten, indem Plattformen, Sensoren, Effektoren und digitale Lösungen miteinander verbunden werden, um die Effektivität auf dem Schlachtfeld zu steigern.“
2025 war laut KNDS geprägt vom Hochlauf der Flaggschiff-Plattformen. Das Geschäft mit dem Leopard 2 A8, der neue europäische Maßstab für Kampfpanzer, gewann den Angaben zufolge stark an Dynamik mit Festbestellungen von über 300 Einheiten in ganz Europa (Tschechische Republik, Niederlande und Kroatien). Darüber hinaus wurde die Produktion der Radhaubitze Caesar am Unternehmensstandort Roanne in Frankreich ausgeweitet, unterstützt durch zusätzliche Bestellungen aus Litauen und Kroatien.
Im Laufe des Jahres wurden mehr als 500 zusätzliche Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge bestellt, darunter 222 Boxer RCT 30, 84 RCH 155-Radhaubitzen und 200 weitere Puma-Schützenpanzer. Der Ausbau der Scorpion-Anwendergemeinschaft, einschließlich der Auslieferung von 304 Fahrzeugen, darunter Servals, Griffons und Jaguars, stärkte laut KNDS die Interoperabilität und operative Konvergenz unter den europäischen Streitkräften weiter.
Um der anhaltenden Nachfrage gerecht zu werden und den aktuellen Auftragsbestand abzuarbeiten, hat KNDS im Jahr 2025 die Produktionskapazitäten und die industrielle Leistung europaweit deutlich erhöht. Darüber hinaus unterzeichnete KNDS einen Rahmenvertrag mit Alstom, um die langfristige Zukunft des Standorts Görlitz zu sichern, der bereits in das Produktionsnetzwerk von KNDS integriert wird, wobei die ersten Teile Ende 2025 ausgeliefert wurden. Im Bereich Munition nahm KNDS in Belgien der Mitteilung zufolge eine zusätzliche automatisierte 155-mm-Produktionslinie in Betrieb.
Mit Blick auf die Zukunft beabsichtigt KNDS, die Beschleunigung durch Automatisierung und Effizienzsteigerung, Kapazitätserweiterung und die Umstellung bestehender Industrieanlagen auf die Rüstungsproduktion weiter voranzutreiben und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferkette zu stärken.
Im Rahmen seines kontinuierlichen Engagements für höchste Standards in den Bereichen Unternehmensführung, Compliance und Transparenz habe der Verwaltungsrat von KNDS eine unabhängige Untersuchung zu einer Transaktion mit den Streitkräften von Katar aus dem Jahr 2013 in Auftrag gegeben. Die Untersuchung sei so weit abgeschlossen, dass die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 abgeschlossen werden könne.
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