Tsitadel – Rostec zeigt 30mm-Drohnenabwehrturm mit tempierbarer Munition

Kristóf Nagy

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Der russische Staatskonzern Rostec hat ein neues System zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die Flugabwehrkanone ZAK-30 Tsitadel (Zitadelle), die speziell für die Bekämpfung kleiner und mittlerer Drohnen entwickelt wurde und tempierbare 30-mm-Munition verschießt. Das System wird dem Unternehmen zufolge vom 26. bis 29. Mai 2026 auf dem Ersten Internationalen Sicherheitsforum bei Moskau der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach Angaben des Herstellers berechnet die Feuerleitanlage des Zitadelle-Systems den optimalen Detonationspunkt entlang der Flugbahn des Ziels. Die Zündzeit wird anschließend automatisch an das Geschoss übertragen. Die Munition detoniert in der Nähe des Ziels und erzeugt eine Wolke aus Splittern, welche die Trefferwahrscheinlichkeit gegen kleine und wendige Drohnen erhöhen soll. Ein ähnliches Funktionsprinzip hatte Rostec bereits im April 2025 für neu entwickelte 30-mm-Airburst-Munition für die weit verbreitete 2A42-Maschinenkanone angekündigt. Diese ist ausdrücklich zur Bekämpfung von unbemannten Systemen und Loitering Munition ausgelegt. Ob die von der ZAK-30 verwendete Patrone mit dieser identisch ist, ist nicht bekannt. Laut Rostec sollen die ersten Abwehrsysteme bereits im Einsatz sein.

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Den veröffentlichten Informationen zufolge verfügt die Zitadelle sowohl über ein Radar als auch über optoelektronische Sensoren zur Zielerfassung und -verfolgung. Der optische Kanal arbeitet demnach im sichtbaren sowie im Infrarotbereich. Darüber hinaus soll die gesamte Bekämpfungsfolge, von der Zielerkennung bis zur Bekämpfung, einen hohen Automatisierungsgrad aufweisen.

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Das System ist laut russischer Darstellung zum Schutz stationärer Einrichtungen gegen Multicopter- und Starrflügeldrohnen vorgesehen. Angaben zur effektiven Reichweite, zur Kadenz oder zur Anzahl gleichzeitig bekämpfbarer Ziele wurden bislang nicht veröffentlicht, wenngleich Medienberichte von einer Detektionsreichweite von bis zu 2.000 m und einer effektiven Wirkdistanz von bis zu 1.300 m ausgehen.

Die Entwicklung reiht sich in einen internationalen Trend ein. Mit der zunehmenden Verbreitung kostengünstiger Aufklärungs- und Angriffsdrohnen suchen Streitkräfte weltweit nach wirtschaftlichen Abwehrlösungen. Tempierbare Airburst-Munition gilt dabei als vergleichsweise kosteneffiziente Alternative zum Einsatz deutlich teurerer Flugabwehrraketen. Ihre Wirkung beruht darauf, dass das Geschoss das Ziel nicht direkt treffen muss, sondern es im Vorbeiflug mit seinem Splitterkegel erfasst.

Kristóf Nagy