Das im nordrhein-westfälischen Herford gegründete Start-Up XYNETIC zeigt im Rahmen der aktuell in Düsseldorf stattfindenden Robotikmesse Xponential Europe erstmals sein in Entwicklung befindliches Loitering Munition System XLM 100 Minotaurus, das über einen Impellerantrieb verfügt und so mehrere Vorteile gegenüber Systemen mit klassischem Propellerantrieb aufweisen soll.
Nach Angaben des Herstellers befindet sich der Minotaurus bereits in der realen Flugerprobung und weist einen Technologiereifegrad der Stufe 8 auf. Das besondere an dem Loitering Munition System (LMS) ist der Impellerantrieb, der eine Marschgeschwindigkeit von 200 km/h erlauben soll. LMS mit klassischen Propellerantrieben haben eine Marschgeschwindigkeit, die üblicherweise bei rund 100 km/h liegt. Weit entfernt aufgeklärte Ziele sollen sich mit dem Minotaurus im Vergleich mit herkömmlichen LMS in rund der Hälfte der Zeit bekämpfen lassen. Die Geschwindigkeitsvorteile sollen auch im Endanflug bestehen, wo der Minotaurus laut Hersteller im Sturzflug bis zu 500 km/h schnell wird. Um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten, verzichtet das System in diese Phase des Fluges gänzlich auf die für den Marschflug notwenigen Flügel. Diese werden nach Aussage des Herstellers entweder eingeklappt oder abgeworfen. Die Zielführung übernimmt die Vector-Steuerung am Impeller. Ein weiterer Vorteil des Impellers soll darin liegen, dass bei dieser Antriebsform kein Dopplereffekt auftritt, was die Radaraufklärung erschweren würde.
Die maximal Flugreichweite des Minotaurs wird herstellerseitig mit 70 km angegeben, die Nutzlastkapazität mit bis zu 5 kg, wobei das maximale Abfluggewicht etwa 15 kg beträgt. Der Start des Systems erfolgt aktuell mittels eines Katapultes. Es ist jedoch auch eine Variante in der Entwicklung, die sich aus einem Kanister starten lässt. XYNETIC zufolge soll sich der Minotaurus neben der Verwendung als Loitering Munition auf für die Rolle als Abfangflugkörper im Rahmen der Drohnenabwehr eignen.
Bei der Entwicklung der Loitering Munition arbeitet XYNETIC eigenen Aussagen zufolge mit mehreren Partnern zusammen, die unterschiedliche Komponenten und Technologien beisteuern. Daher wäre das Unternehmen nach Angaben gegenüber hartpunkt in der Lage, mit den aktuell verfügbaren Ressourcen und Partnern bis zu 10.000 Systeme pro Jahr zu fertigen. Diese Produktion könne jedoch weiter erhöht werden.
Waldemar Geiger

















