Cerberon Defence Systems will Drohnenfertigung mit Prüfrobotern beschleunigen und deren Einsatzfähigkeit verbessern

Waldemar Geiger

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Im Vergleich zu anderen Waffensystemen gilt die Drohnentechnologie als einfacher nutzbar. Das ist einer der Gründe für den Vormarsch der Drohnenkriegsführung in den letzten vier Jahren. Der massenhafte Einsatz günstiger Aufklärungs- und Kampfdrohnen hat jedoch auch einen Nachteil: die mangelnde Zuverlässigkeit. Nicht alle an die im Krieg befindlichen Streitkräfte ausgelieferten Drohnen wurden einem rigorosen Qualitätsprüfungsprozess unterzogen, sodass die Funktionsfähigkeit aller an die Truppe ausgegebenen Systeme nicht garantiert ist. Die Problematik dieses Umstands wird schnell deutlich, wenn man bedenkt, dass fehlerhafte Drohnen den Missionserfolg schnell gefährden können, wenn feindliche Kräfte nicht aufgeklärt oder bekämpft werden können, nur weil fehlerhafte Bauteile verbaut wurden oder das System falsch montiert wurde und somit mitten im Einsatz den Geist aufgibt. Genau dieses Risiko möchte das Unternehmen Cerberon Defence Systems zukünftig mittels speziell entwickelter Robotik ausschließen.

Die meisten für den Bau von Drohnen notwendigen Komponenten sind in großen Stückzahlen verfügbar und die Montage gilt als vergleichsweise einfach, sodass Personal schnell angelernt werden kann. Der Flaschenhals bei der Skalierung der Produktion von zuverlässig funktionierenden Drohnen ist die Systemtestung. Ähnlich wie bei der Qualitätsprüfung in der Herstellung anderer Güter soll sie sicherstellen, dass die produzierten Drohnen im Einsatz genau das tun, wofür sie gebaut wurden. Aktuell wird diese Aufgabe, wenn überhaupt, durch menschliche Piloten übernommen. Diese „probefliegen“ die Drohnen nach der Produktion und stellen so sicher, dass die Systeme entsprechend den vorgegebenen Parametern funktionieren. Zukünftig soll diese Aufgabe von speziell entwickelten Industrierobotern übernommen werden. Auf der Enforce Tac in Nürnberg hat Cerberon Defence Systems erstmals einen solchen Drohnen-Testroboter vorgestellt.

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Laut David Braun, dem CEO des neu gegründeten Unternehmens, sind die patentierten End-of-Line-Testroboter noch in diesem Jahr lieferfähig. Das Unternehmen befindet sich eigenen Angaben zufolge mit mehreren namhaften nationalen und internationalen Drohnenherstellern im Austausch.

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Wie der Cerberon-CEO gegenüber hartpunkt auf der Messe erklärte, bietet die Nutzung des „End-of-Line-Testroboters“ in der Drohnenproduktion mehrere Vorteile:

  • Der Einsatz des Roboters erfordert kein spezifisches Fachpersonal und ermöglicht eine nahezu hundertprozentige Qualitätskontrolle auch bei sehr großen Stückzahlen.
  • Die Prüfung erfolgt automatisiert und ohne die Notwendigkeit einer menschlichen Überwachung. Die Qualitätsprüfung der gefertigten Drohnen kann daher rund um die Uhr und unabhängig von verfügbarem Testpersonal oder dem Wetter durchgeführt werden. Zudem ist durch das Nutzen einer definierten Testumgebung das Risiko an Schäden am System reduziert.
  • Die Prüfdaten werden im System gesichert und stehen für etwaige spätere Vorgänge zur Verfügung. Beispielsweise für die Rekonstruktion von Systemausfällen.
  • Auch für den Einweggebrauch konzipierte Drohnen ohne Landefähigkeit, wie etwa Loitering Munition, können durch das System qualitätsgeprüft werden. Neben der Qualitätskontrolle nach der Fertigung kann die Prüfung auch zur periodischen Funktionsüberwachung eingelagerter Systeme eingesetzt werden.

Zur Durchführung der Tests ist der End-of-Line-Testroboter von Cerberon Defence Systems mit mehreren Gelenken und Messinstrumenten ausgestattet. Damit kann die eingespannte Drohne in unterschiedliche Positionen gebracht und die einzelnen Systeme – wie beispielsweise Avionik, Motoren oder Kameras – kalibriert und geprüft werden. Im Rahmen des Schubtests können ungewollte Vibrationen oder Auffälligkeiten in der Wärmesignatur festgestellt werden.

Wie Braun weiter ausführte, arbeitet Cerberon Defence Systems zudem daran, ein Testverfahren zur Überprüfung missionsspezifischer Subsysteme zu etablieren. Damit ließen sich nicht nur die flugentscheidenden Systemspezifikationen, sondern auch missionskritische Elemente wie die automatische Zieleinleitungsfunktion überprüfen. Je nach Komplexität der Drohne und der erforderlichen Überprüfungen soll ein automatisierter Testdurchlauf in maximal fünf bis zehn Minuten abgeschlossen sein. Der derzeitige Roboter kann Drohnen mit einem Gesamtgewicht von bis zu zwölf Kilogramm aufnehmen. Ein weiteres, sich noch in der Entwicklung befindliches System ist für unbemannte Flugsysteme mit einem Gesamtgewicht von bis zu 25 kg ausgelegt.

Waldemar Geiger