Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall ist von der schwedischen Beschaffungsagentur FMV mit der Lieferung von acht Waffensystemen vom Typ Seasnake 30 für die schwedische Marine beauftragt worden. Wie aus einer heute veröffentlichten Mitteilung des Rüstungskonzerns hervorgeht, sind die Systeme als Hauptbewaffnung für die neuen Kampfboote des Typs Combat Boat 90 vorgesehen.
Aus einer am 11. Februar publizierten Mitteilung der FMV auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED geht zudem hervor, dass mit Rheinmetall eine Rahmenvereinbarung geschlossen wurde, die neben der Lieferung von zur Flugabwehr vorgesehenen Waffensystemen auch Munition, Ersatzteile und Serviceleistungen beinhaltet. Das Rheinmetall-Angebot hat sich der Mitteilung zufolge gegen die Angebote zwei anderer Unternehmen – Rafael Advanced Defense Systems Ltd aus Israel und MSI-Defence Systems Ltd aus Großbritannien – durchgesetzt. Zudem schreibt die FMV heute auf ihrer Webseite, dass die Seasnake-30-Waffenanlagen mit Radarsystemen des Typs Spexer 2000 3D MKIII Naval von Hensoldt kombiniert werden. Die Waffensysteme sollen auf den Kampfbooten der Amphibischen Bataillone eingesetzt werden. Die ersten Seasnake-Lieferungen sind für Anfang Februar 2028 geplant, die letzte Lieferung soll Ende 2028 erfolgen.
Den Angaben von Rheinmetall nach hat der erste Abruf der acht Waffensysteme und entsprechender Leistungen einen Wert von rund 63 Millionen Euro. Zusätzlich enthält der Vertrag eine Option auf bis zu 29 weitere Seasnake-Waffensysteme. Der FMV zufolge könnten diese für andere Plattformen genutzt werden.
Wie es in der Konzernmitteilung heißt, erzielt Rheinmetall mit dem Auftrag aus Schweden einen wichtigen Markterfolg und positioniert die Seasnake 30 erstmals bei einem NATO-Kunden.
Die Seasnake 30 ist Herstellerangaben nach ein fernbedienbares Marineleichtgeschütz der neuesten Generation und dient der Nahbereichsverteidigung. Zum System gehören neben der Waffe moderne Tageslichtkameras, Infrarotsensoren sowie ein Laserentfernungsmesser. Es verfügt über eine automatische Zielerkennung sowie die Fähigkeit zur gleichzeitigen Verfolgung mehrerer Ziele. Die nominale maximale Feuerrate der Revolverkanone im Kaliber 30 x 173 mm beträgt 1.100 Schuss pro Minute. Wie Rheinmetall schreibt, eignet sich die Seasnake 30 dank der integrierten Airburst-Fähigkeit besonders als Effektor gegen Luftziele, etwa zur Abwehr von Drohnen. Die geringe Silhouette und das kompakte Stealth-Design erschweren zudem die Detektion des Systems durch gegnerische Sensoren.
Bei den Spexer 2000 3D MKIII Naval handelt es sich um die für die Nutzung auf See modifizierte Variante der Spexer-Radare, wie sie auch beim Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 zum Einsatz kommen werden. Das Spexer 2000 3D MKIII zeichnet sich Hensoldt zufolge durch eine hohe Detektionsleistung aus. Pro Panel können Hensoldt zufolge mehr als 300 Ziele gleichzeitig aufgeklärt und verfolgt werden. Die Detektionsfähigkeit ist sowohl für Micro-Drohnen als auch Kampfflugzeuge und Lenkflugkörper gegeben. Mit der Scan-on-the-move-Fähigkeit kann Spexer auch in der Bewegung aufklären. Das Radar arbeitet im Frequenzbereich 9,2 bis 10 GHz (X-Band) und kann je nach Einstellung Ziele in bis zu 40 Kilometern Entfernung aufklären.
Waldemar Geiger


















